Umnutzung

Zürcher Kantonsrat soll vier Jahre in der Kirche tagen

Weil das Rathaus umgebaut wird, will der Zürcher Kantonsrat ab 2022 für vier Jahre im Kirchgemeindehaus Hard und in der Bullingerkirche tagen. Die reformierte Kirchgemeinde Zürich begrüsst die zusätzliche Nutzung. Denn das Potenzial der Anlage sei nicht ausgeschöpft.

Der Zürcher Kantonsrat muss längerfristig ins Exil. Weil das Rathaus umgebaut werden muss, sucht er eine Bleibe für die Jahre 2022 bis 2026. Diese ist nun wohl gefunden: das Kirchgemeindehaus Hard mit der angebauten Bullingerkirche.

Das kantonale Immobilienamt und die reformierte Kirchgemeinde haben eine Absichtserklärung unterschrieben, in der sich beide Seiten auf die Eckwerte des Mietvertrags, den grundsätzlichen Kostenteiler für den Umbau sowie das weitere Vorgehen geeinigt haben. Ziel sei es, den Vertrag bis im Sommer 2021 zu unterschreiben. Anschliessend muss er noch vom Regierungsrat genehmigt werden, teilten Kantons- und Regierungsrat am 21. Dezember gemeinsam mit.

Umbau und Miete des reformierten Kirchgemeindehauses Hard und der Bullingerkirche dürften zwischen 5 und 10 Millionen Franken kosten. Wie lange der Kantonsrat genau dort bleiben soll, hängt davon ab, wie viel Zeit der Umbau des Rathauses am Limmatquai und der Ersatzneubau der Rathausbrücke in Anspruch nehmen.

Gemischte Nutzung

Die Sitzungen des Kantonsrats sollen in der Bullingerkirche stattfinden, im Kirchgemeindehaus sollen die benötigten Nebenräume realisiert werden, wie ein Sprecher der Baudirektion auf Anfrage der Nachrichtenagentur «Keystone-SDA» sagte. Der Kantonsrat will allerdings nicht das gesamte Kirchgemeindehaus mieten. Ein Teil der Räumlichkeiten werde der Kirchgemeinde weiterhin zur Verfügung stehen, wie Michael Hauser, Mitglied der Kirchenpflege der reformierten Kirchgemeinde Zürich, sagte.

Derzeit werde das Kirchgemeindehaus mit Bullingerkirche rund einmal pro Woche für Gottesdienste genutzt, heisst es in einer Mitteilung der Kirchgemeinde. Zudem nutze das «Stadtkloster» die Räumlichkeiten für seine Aktivitäten. Das Potenzial der Anlage sei damit aber nicht ausgeschöpft. Deshalb begrüsse man die Anfrage des Kantons. (sda/no)