Weniger Steuergeld für Freiburger Kirchgemeinden

Damit Unternehmen nicht abwandern, will der Kanton Freiburg die Gewinnsteuern senken. Für die reformierten Kirchgemeinden bringt das massive Einbussen mit sich, wie die Finanzvorsteherin der Freiburger Kirche an der Synode erklärte.


Finanzvorsteherin Anne-Elisabeth Nobs hatte an der Synode der Evangelisch-reformierten Kirche des Kantons Freiburg vom 7. November keine erfreuliche Botschaft für die Kirchgemeinden. Nobs präsentierte die möglichen Auswirkungen der kantonalen Steuerreform auf die Freiburger Kirche. Trotz Ausgleichszahlungen durch den Kanton stünde den reformierten Kirchgemeinden deutlich Geld weniger zur Verfügung, sagte Nobs gemäss Mitteilung vom 10. November.

Die Freiburger Regierung hatte im Sommer einen Plan vorgelegt, wonach die Gewinnsteuer für Unternehmen um sechs Prozent gesenkt werden soll. Damit will sie die Wettbewerbsfähigkeit des Kantons gewährleisten. Den beiden grossen Kirchen sicherte der Kanton Ausgleichszahlungen von mindestens 7,7 Millionen Franken zu, verteilt über sieben Jahre. Steuereinbussen der Pfarreien und Kirchgemeinden sollen dadurch abgefedert werden.

Das reiche jedoch nicht, um die Verluste auszugleichen, erklärte Nobs. In ihrer Hochrechnung geht sie von einem jährlichen Verlust von rund 650’000 Franken für die Kirchgemeinden aus. Dies entspreche fünf Prozent der Gesamteinnahmen.

Weiter genehmigten die Delegierten eine Regelung, wonach die Landeskirche den Kirchgemeinden mehr Freiheit bei der Anstellung von Amtspersonen einräumt. Ebenso unterstützte die Synode einen Vorschlag des Synodalrats, der neu ordinierte Pfarrpersonen zu einem Bekenntnis zur Ökumene verpflichtet. (no)