Welthungerindex

Bericht: 266 Millionen Menschen haben nicht genügend Zugang zu Essen

In den vergangenen zehn Jahren hat sich laut der «Aktion gegen Hunger» die Zahl der Menschen verdoppelt, die unter akuter Ernährungsunsicherheit leiden. 2025 gab es zwei offiziell bestätigte Hungersnöte im Gazastreifen und im Sudan.

Etwa 266 Millionen Menschen in 47 Ländern hatten im vergangenen Jahr laut einer Studie keinen verlässlichen Zugang zu Nahrung. Damit habe sich die Zahl der Betroffenen von akuter Ernährungsunsicherheit innerhalb der letzten zehn Jahre verdoppelt, erklärte «Aktion gegen Hunger». Am 16. Oktober ist der Welternährungstag.

Besonders alarmierend sei, dass zwei Drittel der Betroffenen in nur zehn Ländern lebten. 30 Millionen Kinder litten zudem unter akuter Mangelernährung. Das Hilfswerk Helvetas gehört zu den Mitautoren des Welt-Hunger-Index.

Nigeria, die Demokratische Republik Kongo und der Sudan verzeichneten 2025 laut dem Bericht die höchste Zahl von Menschen in hoher akuter Ernährungsunsicherheit. Allein in diesen drei Ländern lebte nahezu ein Drittel der Betroffenen.

«Hunger konzentriert sich zunehmend auf wenige Länder, die gleichzeitig von Konflikten, Vertreibung, Klimaschocks und dem Zusammenbruch grundlegender Infrastruktur geprägt sind», sagte der Geschäftsführer von «Aktion gegen den Hunger», Jan Sebastian Friedrich-Rust. Offiziell von den Vereinten Nationen bestätigte Hungersnöte gab es 2025 im Gazastreifen und im Sudan.

Neben Nigeria, dem Kongo und dem Sudan zählten Jemen, Afghanistan, Myanmar, Bangladesch, Pakistan, Syrien und erstmals auch der Südsudan zu den zehn grössten Ernährungskrisen weltweit. Zwar sei die Zahl der Menschen ohne zuverlässigen Zugang zu Essen im Vergleich zu 2024 von rund 197 auf 177 Millionen zurückgegangen. Dies sei jedoch kein Zeichen für Verbesserung, sondern vor allem für fehlende Daten.

Während der Bedarf zunehme, stünde immer weniger Geld für Hilfe zur Verfügung, kritisierte die Hilfsorganisation. So seien die Mittel für Ernährungshilfe von 2022 bis 2025 um 59 Prozent geschrumpft und lebenswichtige Programme hätten eingestellt werden müssen. Besonders gross sei die Lücke in Syrien, wo nur 15,9 Prozent des Bedarfs finanziert worden sei. (epd/ dst)

Beitrag teilen

Lesen Sie mehr zum Thema