Basel-Landschaft

Viel Gesprächsbedarf bei der neuen Kirchenordnung

Die Synodalen der Evangelisch-reformierten Kirche des Kantons Basel-Landschaft verabschiedeten die revidierte Finanzordnung. Für Diskussionen sorgte hingegen die neue Kirchenordnung – die erste Lesung konnte deshalb nicht abgeschlossen werden.

Mit der ersten Lesung der neuen Kirchenordnung holte die Synode der Evangelisch-reformierten Kirche Basel-Landschaft ein Geschäft nach, das eigentlich schon für die vergangene Wintersynode geplant war. Aufgrund der Corona-Pandemie hatte die Lesung aber verschoben werden müssen (ref.ch berichtete).

In seinem Eingangsvotum erläuterte Kirchenratspräsident Christoph Herrmann den langen Entstehungsprozess der totalrevidierten Kirchenordnung. Diese sei das Ergebnis eines mehrjährigen Prozesses, der mit der kirchlichen Visitation von 2013 bis 2015 eingeleitet worden sei. «Bewährtes soll aufrechterhalten, über die Jahre Neuentstandenes soll verschriftlicht werden», sagte Herrmann laut einer Mitteilung vom 25. März.

An Gesprächsstoff zur neuen Kirchenordnung fehlte es an der Synode der Evangelisch-reformierten Kirche des Kantons Basel-Landschaft nicht. So debattierten die Synodalen unter anderem Fragen zur Öffentlichkeitsarbeit sowie zur freien Kirchgemeindewahl. Auch der Gottesdienst und seine Bedeutung für das Gemeindeleben und einzelne Fragen zu den verschiedenen Kasualien und Sakramenten seien thematisiert worden.

Obwohl es eine Vielzahl an Anträgen aus den Reihen der Synodalen und von Seiten des Pfarrkonvents und des Diakoniekonvents gab, sei es zu keinen grundsätzlichen Änderungen an der Vorlage des Kirchenrats gekommen. Dennoch konnte die erste Lesung nicht abgeschlossen werden und wird an der Frühjahrssynode im Juni 2021 fortgeführt. Die abschliessende zweite Lesung wird voraussichtlich an einer weiteren ausserordentlichen Synode im Spätsommer folgen.

Finanzordnung gutgeheissen

Für weniger Diskussionen sorge die totalrevidierte Finanzordnung. Diese schaffe wichtige Voraussetzungen in Bezug auf die Finanzflüsse und setze diese in Relation zur Grösse der Kirchgemeinden. So gebe es Neuerungen bei der Verteilung des aufgrund des Mitgliederrückgangs rückläufigen Kantonsbeitrages sowie Änderungen des Finanzausgleichs. Die Synode verabschiedete und beschloss die neue Finanzordnung mit einem Mehr von 52 Ja-Stimmen zu 2 Nein-Stimmen, bei 6 Enthaltungen.

Spitalseelsorge wieder aufgebaut

Die Synode schloss mit dem Bericht aus dem Kirchenrat. Vizepräsidentin Cornelia Hof informierte das Kirchenparlament unter anderem über den Beschluss, Kollekten zugunsten von Institutionen und Hilfswerken mit einem Beitrag auszugleichen, sofern diese aufgrund von Corona viel tiefer oder ganz ausgefallen waren. Die Beiträge werden über Rückstellungen und Reserven finanziert.

Zudem berichtete Hof über Neuerungen in der Spitalseelsorge. So konnte die ökumenische Seelsorge am Universitäts-Kinderspital beider Basel in einem kleineren Pensum wieder aufgebaut werden. Dies, nachdem der Vertrag vor einigen Jahren vonseiten des Spitals gekündigt worden war. (bat)