Ungarns Reformierte haben einen neuen Präsidenten
Die Reformierte Kirche in Ungarn hat eine neue Spitze. Die Synode wählte József Steinbach, Bischof des Kirchendistrikts Transdanubien, einstimmig zu ihrem neuen Vorsitzenden, wie es auf der Webseite der Kirche heisst.
Den Rücktritt des bisherigen Präsidenten Zoltan Balog nahm die Versammlung zur Kenntnis. In einer Erklärung schreibt die Kirche: Balog habe in seinem Amt Fehler gemacht, dafür habe es berechtigte Kritik gegeben. Die «unwürdigen Angriffe» auf seine Person seien hingegen zurückzuweisen. «Wir weisen auch jeden Versuch zurück, die legitime Kritik der Kirchenmitglieder für parteipolitische Zwecke zu nutzen».
Zum Verhältnis von Kirche und Politik heisst es in der Stellungnahme, die Kirche müsse sich notwendigerweise mit hoher Politik beschäftigen. Hingegen habe sie sich aus der alltäglichen Parteipolitik herauszuhalten.
Zoltan Balog war von seinem Amt als Synodepräsident zurückgetreten, nachdem seine Verwicklung in einen Missbrauchsskandal publik geworden war (ref.ch berichtete). Balog hatte demnach der ebenfalls zurückgetretenen Staatspräsidentin Katalin Novak geraten, einen Mann zu begnadigen, der wegen Beihilfe zu sexuellem Missbrauch von Minderjährigen verurteilt worden war. Der Missbrauchsfall in einem staatlichen Kinderheim erschüttert seit Wochen Politik und Gesellschaft in Ungarn.
Nach dem Rücktritt von Zoltán Balog übernahm der Vizepräsident Dániel Pásztor den vorläufigen Vorsitz. Er bleibt nun bis zum Ende der Legislaturperiode Vizepräsident, wie aus der Mitteilung hervorgeht. (no)