UN will Kampf gegen weibliche Genitalverstümmelung stärken

Die Vereinten Nationen wollen die Rechte von Mädchen und Frauen schützen, die von Genitalverstümmelung und Frühverheiratung bedroht sind. Die aktuelle Corona-Pandemie habe das Problem weltweit verschärft.


Die Vereinten Nationen haben zu einem verstärkten Kampf gegen Frühverheiratungen und Genitalverstümmelungen an jungen Frauen aufgerufen. Durch die aktuelle Corona-Pandemie seien Mädchen besonders gefährdet, da etwa Aufklärungskampagnen erschwert würden, sagte die Exekutivdirektorin des UN-Weltbevölkerungsfonds, Natalia Kanem, zur Präsentation des neuen Weltbevölkerungsberichts.

Um Frühverheiratungen und Genitalverstümmelungen bis 2030 zu beenden, seien Investitionen von jährlich 3,4 Milliarden US-Dollar notwendig, heisst es in dem Bericht weiter.

Weltweit 200 Millionen Frauen betroffen

Als Genitalverstümmelung gelten die teilweise oder vollständige Entfernung der äusseren weiblichen Genitalien sowie andere Verletzungen der weiblichen Geschlechtsorgane aus nicht-medizinischen Gründen. Sie ist vor allem in Afrika in vielen Regionen verbreitet und betrifft aktuell den Angaben zufolge rund 200 Millionen Frauen und Mädchen weltweit.

Kanem plädiert in ihrem Bericht für die Förderung von Programmen, die Mädchen darin unterstützen, Schulen bis zum Abschluss zu besuchen statt früh verheiratet zu werden. So würden deren Chancen erhöht, als Erwachsene ein eigenes Einkommen zu erwirtschaften.

Der Bericht zeigt auch, dass die Aufklärung von Männern und Jungen über sogenannte schädliche Praktiken wie weibliche Genitalverstümmelung, Frühverheiratung und die Bevorzugung von Söhnen wirken. Laut UN werden täglich weltweit 33’000 Mädchen noch vor ihrem 18. Geburtstag verheiratet. (epd/no)