UN-Generalsekretär warnt vor Klima-Katastrophe
«Wir sind auf dem Highway zur Klimahölle – mit dem Fuss auf dem Gaspedal», sagte UN-Generalsekretär António Guterres am Montag in einer Rede vor Dutzenden Staats- und Regierungschefs in Scharm el Scheich. «Wir kämpfen den Kampf unseres Lebens – und sind dabei zu verlieren», warnte Guterres mit Blick auf von der Klimakrise ausgelöste Dürren, Überschwemmungen, Unwetter und steigende Meeresspiegel.
Guterres warnte, das 2015 auf der Weltklimakonferenz in Paris vereinbarte Ziel sei akut gefährdet, die Erwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen im Vergleich zur vorindustriellen Zeit. Der Portugiese rief zu einem «Klima-Solidarpakt» auf, den wohlhabende Staaten jetzt mit Schwellen- und Entwicklungsländern schliessen müssten. Dabei stünden die USA und China besonders in der Verantwortung. Wörtlich sagte er: «Die Menschheit hat eine Wahl: zusammenzuarbeiten oder unterzugehen!»
Staatschefs zu Besuch
Am Montag trafen bei der diesjährigen Weltklimakonferenz, genannt COP27, unter anderem Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, Venezuelas Präsident Nicolás Maduro und der emiratische Präsident Mohammed bin Sajid ein. Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi eröffnete den Gipfel der zweiwöchigen Konferenz.
Die weltweite Durchschnittstemperatur lag zuletzt schätzungsweise rund 1,15 Grad über dem Durchschnitt der vorindustriellen Zeit. Jenseits der Grenze von 1,5 Grad droht die Überschreitung gefährlicher Kipppunkte, mit potenziell katastrophalsten Folgen.
Klimafreundliche Transporte
Zur Weltklimakonferenz sind etwa 45'000 Teilnehmer vor Ort registriert, die meisten davon als Delegierte von Staaten. In Scharm el Scheich am Roten Meer beraten die Vertreter aus knapp 200 Ländern zwei Wochen lang darüber, wie der Kampf gegen die Erderwärmung noch verstärkt werden kann. Der neue COP27-Präsident Samih Schukri mahnte an, dass alle Massnahmen beim Klimaschutz auf gemeinsamer Grundlage geschehen müssten.
Die Welthandelsorganisation (WTO) schlug vor, den CO2-Fussabdruck des globalen Handels durch niedrigere Zöllen und klimafreundlicheren Warentransport zu reduzieren. Die Liberalisierung des Handels mit nachhaltiger Energietechnologie und umweltfreundlichen Produkten könne den weltweiten Ausstoss des Treibhausgases CO2 um rund 0,6 Prozent verringern, errechnete die WTO in ihrem diesjährigen Welthandelsbericht, der am Montag bei der COP27 vorgestellt wurde. (sda/bat)