Weltklimarat

Klimawandel schreitet rasant voran

Die Treibhausgase müssen schnell und massiv reduziert werden. Ansonsten wird die angestrebte Obergrenze von 1,5 Grad Celsius bereits in diesem Jahrzehnt überschritten. Dies geht aus dem aktuellen Bericht des Weltklimarates hervor.

Der Klimawandel macht sich schon heute in allen Regionen der Welt bemerkbar – mit teils dramatischen Effekten. Das zeigt ein am 9. August veröffentlichter Bericht des Weltklimarats. Demnach ist die globale Oberflächentemperatur seit 1970 stärker angestiegen als in irgendeinem Vergleichszeitraum der vergangenen 2000 Jahre. Das führe etwa in Europa immer häufiger zu Phasen extremer Hitze, zu Dürre sowie zu Starkregen. Städte würden mehr und mehr zu Hitze-Inseln.

Gebiete im südlichen Afrika oder am Mittelmeer, wo es ohnehin schon trocken und warm ist, seien noch drastischer von Trockenheit und Hitze betroffen. Die Arktis wiederum werde wahrscheinlich noch vor dem Jahr 2050 mindestens einmal im September praktisch frei von Meereis sein.

Greenpeace fordert Bundesrat zum Handeln auf

Greenpeace sieht in den weltweit sich häufenden Katastrophen einen Weckruf. Die Umweltschutzorganisation fordert Bundesrat und Parlament dazu auf, «schnellstmöglich wirksame und sozial verträgliche Klimaschutzmassnahmen zu erarbeiten, die von der Bevölkerung mitgetragen werden.» Nach dem Nein zum CO2-Gesetz dürfe die Klimapolitik in der Schweiz nicht ruhen. «Wir müssen mehrheitsfähige Wege für den notwendigen Klimaschutz suchen», wird Georg Klingler, Klimaexperte bei Greenpeace, zitiert. Noch sei es möglich, viel Leid zu verhindern. (sda/bat)

Der Bericht bekräftigt, dass die Erderwärmung zweifelsfrei von Menschen beeinflusst ist. Daher müsse es sofortige, schnelle und massive Reduktionen von Treibhausgasen geben. Bereits jetzt habe sich die Erde im Vergleich zum Zeitraum zwischen 1850 und 1900 um rund 1,1 Grad Celsius erwärmt.

Jährliche Jahrhundertfluten

Ohne deutliche Gegenmassnahmen werde dem Report zufolge die 2015 im Pariser Klimaabkommen vereinbarte Obergrenze von 1,5 bis 2 Grad Celsius in diesem Jahrhundert überschritten. Eine Erderwärmung um 1,5 Grad droht sogar bereits 2030. Der Anstieg der Meeresspiegel sei bereits jetzt unumkehrbar und werde noch Hunderte Jahre andauern. An den Küsten stünden dadurch zunehmend schwere Überschwemmungen bevor. Was bisher als Jahrhundertflut galt, könnte somit in etwa 80 Jahren schon jährlich vorkommen.

Massnahmen gegen den Klimawandel zeigten erst mittel- und langfristig Erfolge: Selbst eine deutliche Reduktion von Treibhausgasen stabilisiere die globalen Temperaturen erst in etwa 20 bis 30 Jahren, heisst es weiter.

An dem Bericht haben mehr als 230 Forscherinnen und Forscher aus 66 Ländern mitgewirkt. (epd/bat)