Flüchtlingshilfswerk beklagt Geiz internationaler Geldgeber

Die Vereinten Nationen haben eine mangelnde internationale Spendenbereitschaft für Millionen Menschen auf der Flucht kritisiert. Bislang seien erst 45 Prozent der für 2018 benötigten Gelder eingetroffen.


Das Flüchtlingshilfswerks UNHCR benötigt in diesem Jahr die Rekordsumme von rund 8,2 Milliarden US-Dollar für die Flüchtlingshilfe. Aufgrund der fehlenden Überweisungen klaffe im Budget 2018 eine Finanzierungslücke von 4,5 Milliarden US-Dollar, heisst es in einem Bericht des Hilfswerks. Der UN-Organisation zufolge waren Ende 2017 rund 68,5 Millionen Menschen auf der Flucht, so viele wie noch nie seit Ende des Zweiten Weltkrieges.

Die Geldknappheit führe zu Mangelernährung, einer schlechten medizinischen Versorgung, menschenunwürdigen Unterkünften und einer nicht ausreichenden Schulbildung für die Kinder auf der Flucht. Das UNHCR rechnet jedoch damit, dass Geber bis Dezember weitere Beträge überweisen.

Schlimme Lage in Burundi

Besonders schlimm sei die humanitäre Lage der 400’000 Menschen aus Burundi, die vor der Gewalt in ihrer Heimat ins Ausland geflohen sind, heisst es in dem UNHCR-Bericht weiter. Von den benötigten 206 Millionen US-Dollar für 2018 seien erst 28 Prozent überwiesen worden. Für die 800’000 Flüchtlinge aus der Demokratischen Republik Kongo seien erst 31 Prozent der für 2018 benötigten 369 Millionen US-Dollar eingegangen. Weiter hätten die Geber für mehr als vier Millionen Afghanen auf der Flucht lediglich 32 Prozent der für 2018 veranschlagten 304 Millionen US-Dollar gezahlt. (epd/bat)