Appell an Bundesrätin Sommaruga, mehr Flüchtlinge aufzunehmen

Die Schweiz soll mehr Flüchtlingsgruppen aufnehmen. Diesen Appell richtet die Eidgenössische Kommission für Migrationsfragen (EMK) angesichts der rekordhohen Flüchtlingszahlen weltweit an Bundesrätin Simonetta Sommaruga.


Zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg gebe es auf der Welt mehr als 50 Millionen Flüchtlinge, schreibt die EKM gestützt auf Angaben der UNO- Flüchtlingsorganisation UNHCR in einer Mitteilung vom Freitag. Allein der Krieg in Syrien habe rund acht Millionen Menschen zu Flüchtlingen oder Binnenvertriebenen gemacht. Die gefährlichen Überfahrten nach Italien hätten stark zugenommen. Auf diese Entwicklungen reagierten einige europäische Länder mit zusätzlichen Hilfsprogrammen.

 

Die EMK appelliert deshalb an Bundesrätin Sommaruga, das Kontingent für die Aufnahme von Flüchtlingsgruppen so bald als möglich bedeutend aufzustocken. Dabei könnte die Schweiz in erster Linie Menschen in schwierigen Situationen aufnehmen wie Alleinstehende mit Kindern oder Menschen mit schwierigen medizinischen Problemen und so ein starkes Zeichen setzen. Resettlement, die Aufnahme von Flüchtlingsgruppen aus Lagern in Zusammenarbeit mit dem UNHCR, scheine derzeit die einzige Möglichkeit zu sein, Menschen aufzunehmen, ohne dass sie sich auf gefährliche und teure Fluchtwege begeben müssten.

 

Pilotprojekt für besonders verletzliche Flüchtlinge

Die Schweiz nimmt innerhalb von drei Jahren in Rahmen eines solchen Resettlement-Projekts rund 500 besonders verletzliche Flüchtlinge aus Syrien auf, wie der Bundesrat im letzten September beschlossen hat. Bisher sind 54 Personen eingereist, wie das Bundesamt für Migration (BFM) am Freitag mitteilte. Bis Ende Jahr würden voraussichtlich 350 der 500 Flüchtlinge in der Schweiz sein. Die übrigen 150 folgten bis Ende 2015.