Fernsehserien

Was bringt die «Tschugger» in die Kirche?

Die beliebte SRF-Serie «Tschugger» läuft aktuell in der vierten Staffel. Sie spielt zwar im Wallis – aber undercover auch in einer Zürcher Kirche.
Pirmin (Dragan Vujic, links) und Bax (David Constantin) müssen in den USA Red und Antwort stehen. Die Kulisse dieser Szene befindet sich jedoch in Zürich. (Bild: Dominic Steinmann/ SRF)

Die Walliser «Tschugger» Pirmin und Bax sind ein ungleiches Ermittler-Duo: der eine besonnen, der andere ein Haudrauf. Zusammen ergänzen sie sich perfekt und lösen Kriminalfälle auf ihre ganz eigene Weise. Die gleichnamige Krimi-Serie wird im Schweizer Fernsehen (SRF) mit grossem Erfolg ausgestrahlt und ist mittlerweile auch auf der Streamingplattform Netflix verfügbar.

Mit religiösen Themen hat die «Tschugger»-Reihe indes nichts am Hut; es geht um Humor, Action und die Neugier der «Üsserschwyzer» für den abgelegenen Kanton Wallis. Im Abspann der vierten Staffel erscheint aber überraschenderweise die evangelisch-reformierte Kirchgemeinde Zürich – und genauer deren Kirchenkreis zwei – unter den Sponsoren und Unterstützern der TV-Produktion.

Die vierte Staffel spielt jedoch nicht in Zürich. Die Handlung irrlichtert durch den südlichen Bergkanton und manche Szenen spielen in einem Saal in den USA. Da sitzen Pirmin und Bax an einem Tisch und beantworten Fragen im Rahmen einer Anhörung.

Fabian Kramer, Mediensprecher der evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Zürich, sagt auf Anfrage von ref.ch, dass es eine Zusammenarbeit der Kirchgemeinde mit der Produktionsfirma von «Tschugger» gegeben hat.

Die Aufnahme von den Dreharbeiten im April 2023 zeigt unter anderem die Kirchenbänke – in der Kameraeinstellung sind sie nicht zu sehen. (Bild: Dominic Steinmann/ SRF)

In einer «ungewöhlichen Kirche» wurden im Frühling 2023 einige Szenen gedreht. Dabei handelte es sich um die Kirche «Auf der Egg» im Zürcher Stadtteil Wollisofen. Sie wird seit einigen Jahren für viele verschiedene Veranstaltungen genutzt. Neben kirchlichen Feiern finden hier immersive Video-Installationen statt, Konzerte und Theatervorstellungen.

«Die Produktionsfirma hat sie für die Filmaufnahmen aufgrund der Architektur ausgewählt», sagt Kramer, «weil sie dem Script entsprochen hat.» Die charakteristische Rundung des Kirchenraums und die hohe Wandverschalung aus dunklem Holz haben offenbar den Eindruck eines amerikanischen Saales erweckt. Zwei USA-Flaggen verstärken die Illusion.

Die Kirche war dem SRF schon vor dem «Tschugger»-Dreh bekannt. Laut Kramer wurden dort bereits einmal eine Folge von «Sternstunde Philisophie» und ein Musikvideo gegen Mobbing aufgenommen. Das erklärt vielleicht auch, weshalb der Kirchenkreis zwei sich von der Aufmerksamkeit durch das Fernsehen nicht von Hocker reissen liess. Auf Nachfrage heisst es, dass niemand aus dem Kirchenkreis als Statist an den Dreharbeiten teilnahm. Und gemeinsam die Serie angeschaut hat man auch nicht.

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