Trauer und Wut bei Gedenken an Massaker
Ein Jahr nach dem terroristischen Überfall auf Israel bekundeten zahlreiche Menschen in Tel Aviv ihre Trauer. Bei einer Zusammenkunft von Angehörigen im Jarkon-Park hielten sich Menschen in den Armen und weinten. Viele trugen Fotos der Getöteten und Verschleppten.
Für die noch als Geiseln im Gazastreifen festgehaltenen etwa 100 Israelis stiegen Ballons auf. Tausende riefen immer wieder das Wort «achschaw», was auf Hebräisch «jetzt» heisst und für die Forderung nach der sofortigen Freilassung der Verschleppten steht. Auch im Zentrum der Stadt versammelten sich Hunderte Menschen.
Immer wieder wurde jedoch auch eine Untersuchung gefordert, wie die israelischen Sicherheitskräfte vor einem Jahr so überrumpelt werden konnten. Regierungschef Benjamin Netanjahu wurde vorgeworfen, einen Waffenstillstand im Gaza-Krieg und damit die Freilassung der Geiseln verhindert zu haben.
Auch in der Schweiz gedachte man der Opfer des Terroraktes. «Die brutalen Terroranschläge der Hamas heute vor einem Jahr haben Israel, die Region und die Welt erschüttert», schrieb Bundespräsidentin Viola Amherd auf dem sozialen Netzwerk X. Die Bemühungen alle Geiseln zu befreien, dem Leid ein Ende zu setzen und einen Weg zum Frieden im Nahen Osten zu finden, müssten fortgesetzt werden.
In Basel versammelten sich auf dem Marktplatz rund zweihundert Menschen zu einer Mahnwache. Diese fand vor einem grossen Papierbogen mit den Namen der getöteten und entführten Menschen statt.
Mit dabei an der Kundgebung war auch Lukas Kundert, Kirchenratspräsident der Evangelisch-reformierten Kirche Basel-Stadt und Mitglied der christlich-jüdischen Arbeitsgemeinschaft, welche zusammen mit anderen Vereinigungen die Mahnwache mitorganisierte.
Am 7. Oktober 2023 überfiel die Hamas aus dem Gazastreifen Israel (hier geht es zu unserem Rückblick). Etwa 1200 Menschen wurden getötet und fast 5500 verletzt. Mehr als 200 Menschen wurden verschleppt. Gemäss der Menschenrechtsorganisation Amnesty International werden noch rund 100 Geiseln festgehalten. (sda/ dpa / no)