Immobilien
Tiny Häuser neben Klostermauern
Zweieinhalb Zimmer, 32 Quadratmeter, zwei Etagen, Fernwärme und Bodenheizung – das sind einige der Eckdaten der Tiny Häuser auf dem Areal des Klosters Kappel. Das ehemalige Zisterzienserkloster steht nahe der Kantonsgrenze von Zürich und Zug. Finanziell getragen wird es von der Reformierten Kirche Kanton Zürich, die es als Seminar- und Bildungseinrichtung nutzt.
Seit kurzem steht ein länglicher Holzbau mit acht Wohneinheiten auf dem Klosterareal. Es handelt sich dabei um die sogenannten Spicher Wohnungen. Sie sind komplett möbliert und seit dem ersten Februar bezugsbereit. Die Miete beträgt zwischen 1710 und 1770 Franken pro Monat. Wer möchte, kann vom Hotelbetrieb des Klosters Reinigungs- und Conciergedienste in Anspruch nehmen. Das kostet aber extra.
«Es liegt nahe, die Wohnungen als serviced Apartments anzubieten», sagt Jürgen Barth, Geschäftsführer des Seminarhotels Kloster Kappel. Noch habe jedoch niemand die Dienstleistungen in Anspruch genommen. Zu Beginn des Monats sind die ersten Mieterinnen und Mieter eingezogen, im März folgen die restlichen – alle acht Wohnungen sind vergeben. «Die Nachfrage war rege und gross», sagt Barth.
Gebaut wurden die Tiny Häuser im Zug der Erneuerung der Kloster-Domäne. Das Grossprojekt hat 2011 mit dem Planungsstart begonnen. Von 2023 bis 2028 sollen die grossen Bauarbeiten dauern. Die Kosten sind auf 22 Millionen Franken veranschlagt und am Ende soll die ganze Klosteranlage saniert und besser zugänglich sein sowie durch verschiedene Umnutzungen mehr Mieteinnahmen bringen.
Diese Mieteinnahmen – und auch jene der Tiny Häuser – sollen dazu beitragen, die Kosten für den Unterhalt der ganzen Klosteranlage zu decken. Das bestätigt auch Hotel-Geschäftsführer Barth und merkt an, dass der Hotelbetrieb selbsttragend sei.
Der Verein Kloster Kappel ist Bauherr der Erneuerungsarbeiten einerseits und der Tiny Häuser andererseits. Die Zürcher Landeskirche ist ein Vereinsmitglied und auch als Teil der Baukommission involviert. Ausserdem hat sie sich finanziell am Innenausbau der Wohnungen beteiligt.
Jürgen Barth nennt mehrere Gründe, die zum Bau der Kleinwohnungen geführt haben. «Man wollte das Angebot diversifizieren und einen fix garantierten Ertrag erwirtschaften», erklärt er. Im gleichen Zug könne man die Schönheit der Klosteranlage für interessierte Personen weiter öffnen.