Thurgauer Kirchenrat komplett
Der Bischofszeller Pfarrer Paul Wellauer setzte sich bei der Wahl in den Thurgauer Kirchenrat knapp gegen den Gegenkandidaten Steffen Emmelius durch. Bei 105 gültigen Stimmen erreichte Wellauer im dritten Wahlgang mit 53 Stimmen exakt das notwendige absolute Mehr, wie es in einer Mitteilung vom 6. Dezember heisst.
Auf den Gegenkandidaten Steffen Emmelius entfielen demnach 52 Stimmen. Die beiden Diakone Stefan Keller und Hanspeter Rissi hatten ihre Kandidatur zuvor zurückgezogen, nachdem sie in den beiden ersten Wahlgänge hinter Wellauer und Emmelius gelegen hatten.
Die Wahl eines sechsten Ratsmitglieds war nötig geworden, nachdem mit Christina Aus der Au im Sommer eine nicht ordinierte Theologin zur Kirchenratspräsidentin gewählt worden war (ref.ch berichtete). Laut der Thurgauer Kirchenverfassung müssen der Exekutive mindestens zwei Ordinierte angehören. Mit Paul Wellauer, der bei der Wahl ums Präsidium Aus der Au unterlegen war, ist dies nun gegeben. Christina Aus der Au und Paul Wellauer treten ihr Amt per 1. Juni 2022 an.
Im Anschluss an die Wahlen befasste sich die Versammlung mit den Sachgeschäften. Der Kirchenrat scheiterte mit seinem Antrag, den landeskirchlichen Finanzausgleich für finanzschwache Kirchgemeinden anzupassen. Aktuell dürfen Baubeiträge für kleine Gemeinden 50 Prozent der ihnen insgesamt aus dem Finanzausgleich zustehenden Ressourcen nicht überschreiten. Damit die Gemeinden ihre Bausubstanz erhalten können, müsse diese Regelung aufgehoben werden, argumentierte der Kirchenrat. Dieser Vorschlag ging der Synode aber zu weit. Sie folgte schliesslich einem Antrag, die Obergrenze für Baubeiträge auf 75 Prozent der gesamten Mittel zu erhöhen, wie es in der Mitteilung heisst.
Einstimmig angenommen wurde das Budget 2022. Es wird mit einem Verlust von rund 180'000 Franken gerechnet. Grund dafür sind unter anderem einmalige Aufwendungen für den Thurgauer Kirchensonntag. (no)