Prävention

Thurgauer Kirche will Mitarbeitende vor Grenz­verletzungen schützen

Die Evangelische Landeskirche des Kantons Thurgau hat eine Anlaufstelle für Betroffene von sexuellen Grenzverletzungen geschaffen. Mitarbeitende sollen zudem Präventionsschulungen durchlaufen.

Im vergangenen Dezember hat das Parlament der Thurgauer Landeskirche den Weg frei gemacht für das Konzept «Achtsam Kirche sein mit Leib und Seele – Schutz vor Grenzverletzungen in der kirchlichen Arbeit» (ref.ch berichtete). Die darin enthaltenen Präventionsmassnahmen sollen Menschen, die von kirchlichen Institutionen angestellt oder innerhalb der Kirche Freiwilligenarbeit leisten, vor Grenzüberschreitungen schützen.

Inzwischen hat die Kirche mit der Umsetzung der Massnahmen begonnen, wie es in einer Mitteilung vom 26. Oktober heisst. So ist eine interne Anlaufstelle für sexuelle Grenzverletzungen geschaffen worden, die per 1. Juni 2021 mit zwei Fachpersonen besetzt wurde. Mit der professionellen Fachbearbeitung und Begleitung der Betroffenen hat der Kirchenrat demnach die Pädagogin und Supervisorin Monica Kunz sowie den Diakon und Supervisor Thomas Alder betraut.

Die körperliche und psychische Integrität von Menschen könne nicht nur durch geplantes Vorgehen, sondern auch ungewollt oder aus Gleichgültigkeit verletzt werden. Daher bedürfe es primär der Aufklärungsarbeit, heisst es in der Mitteilung weiter. So sollen alle kirchlichen Mitarbeitenden künftig zu Informations- und Präventionsschulungen verpflichtet werden.

Weiter müssen Pfarrpersonen, Mitarbeitende im Jugend- und Diakonie-Bereich sowie katechetisches Personal einen Sonderprivatauszug vorlegen. Dieser gibt Auskunft über ein eventuell verhängtes Beschäftigungsverbot mit Minderjährigen oder besonders schutzwürdigen Personen. In die Pflicht genommen werden laut Mitteilung aber auch Bedienstete, Ehrenamtliche und freiwillig Mitarbeitende, die eine Selbstverpflichtung unterschreiben müssen.

In der kirchlichen Arbeit begegneten sich Menschen auf vielfältige Art und Weise. Nicht nur der Umgang mit Kindern und Jugendlichen erfordere hohe Sensibilität für Grenzen und Grenzüberschreitungen, schreibt die Landeskirche . Aufgrund der unterschiedlichen Rollen bedürfe es generell einer erhöhten Achtsamkeit in der Begegnung und Beziehung untereinander. (no)