Synode

Christina Aus der Au wird Thurgauer Kirchenrats­­präsidentin

Erstmals seit Bestehen der Thurgauer Landeskirche wird mit Christina Aus der Au eine Frau das Kirchenratspräsidium führen. Die Frauenfelderin tritt am 1. Juni 2022 die Nachfolge von Pfarrer Wilfried Bührer an.

Die Evangelische Synode im Thurgau hat am 5. Juli Christina Aus der Au mit 67 von insgesamt 113 Stimmen zur neuen Kirchenratspräsidentin gewählt. Auf Pfarrer Paul Wellauer aus Bischofszell entfielen 46 Stimmen. Dies geht aus einer Medienmitteilung hervor. Nötig wurde die Ersatzwahl, weil Pfarrer Wilfried Bührer aus Altersgründen per Ende Mai 2022 vom Amt zurücktritt. Aus der Au tritt die Nachfolge am 1. Juni 2022 an.

Die 55-jährige Theologin ist in Märstetten aufgewachsen und wohnt heute mit ihrer Familie in Frauenfeld. Als Dozentin an der PH Thurgau unterrichtet Aus der Au den Fachbereich Religionen, Ethik und Politik. Auch in der kirchlichen Erwachsenenbildung verfügt sie über langjährige Erfahrung, und in der Synode wirkte sie in verschiedenen Kommissionen mit. Als «Fan der Thurgauer Landeskirche», wie sie sich selbst bezeichnet, sagte Aus der Au laut Mitteilung nach ihrer Wahl: «Um mein Amt auszuführen, brauche ich euch alle. Lasst uns die Hände reichen, zusammenstehen und unsere Vielfalt zeigen.»

Paul Wellauer gratulierte der Wahlgewinnerin. Er bedankte sich bei seinen Unterstützerinnen und bat sie, nicht zuzulassen, dass Gräben aufgerissen werden: «Wir brauchen alle in unserer Thurgauer Landeskirche.»

Weil dem Thurgauer Kirchenrat mindestens zwei ordinierte Amtspersonen angehören müssen, wird die Synode am 29. November 2021 eine zweite ordinierte Amtsperson wählen. Der Kirchenrat wird damit von fünf auf sechs Mitglieder erweitert. (bat)