Basel-Stadt

Synode will neue Verfassung in Angriff nehmen

Die Synode der Evangelisch-reformierten Kirche Basel-Stadt macht den ersten Schritt in Richtung Totalrevision der Kirchenverfassung. Sie spricht zudem Geld für den Ausbau der Johanneskirche zum Gemeindezentrum, für den Umbau der Pauluskirche und bewilligt einen Kredit für die Aussensanierung der Elisabethenkirche.

Die Synode der Evangelisch-reformierten Kirche Basel-Stadt (ERK) hat an ihrer ausserordentlichen Sitzung vom 24. März die Totalrevision der Kirchenverfassung angestossen. Kirchenratspräsident Lukas Kundert betonte vor der Versammlung, die Evangelisch-reformierte Kirche bleibe in Basel eine Volkskirche. «Wesentliche Teile der Verfassung bleiben deshalb nicht angetastet», heisst es in einer Medienmitteilung vom 25. März. Reformbedarf bestehe aber im Hinblick auf die Organisation der Kirchgemeinden (ref.ch berichtete).

Wenn das Kirchenvolk dem Vorhaben zustimmt, wird ein Reformprozess angestossen, der rund zwei Jahre dauern wird. Die Synode hat deshalb beschlossen, die Amtszeit von Kirchenrat und Synode einmalig um zwei Jahre bis zum 31. August 2025 zu verlängern, damit die Arbeiten an der Verfassungsrevision innerhalb der aktuellen Legislatur abgeschlossen werden könnten.

Beide Beschlüsse unterliegen dem obligatorischen Referendum: Sie müssen also im Rahmen einer Volksabstimmung am 13. Juni 2021 von den Mitgliedern der ERK bestätigt werden.

Umnutzung der Pauluskirche

Weiter wurde das Thema Kirchennutzung behandelt. Die Synode hat einstimmig einen Baukostenbeitrag in der Höhe von 500'000 Franken an die baulichen Massnahmen für die zukünftige Nutzung der Pauluskirche beschlossen. Denn die Kirchgemeinde Basel West nutze die Pauluskirche nicht mehr für Gemeindegottesdienste.

Künftig soll diese deshalb von einem Verein als Kulturkirche und als Chorzentrum genutzt werden: «Die Pauluskirche soll Heimat werden für die Chöre der Region – vom Laienchor bis zum Profiensemble – und als Plattform und Veranstaltungsort über die Region hinausstrahlen», heisst es in der Mitteilung weiter. Darüber hinaus soll die Kirche weiterhin der Musik-Akademie Basel als Unterrichts- und Übungsort für die Orgelstudierenden zur Verfügung stehen. Zudem soll sie auch künftig für festliche Anlässe und Hochzeiten gemietet werden können.

Ausbau der Johanneskirche

Als neues Gemeindezentrum soll sich derweil die Johanneskirche etablieren. Sie soll zu einem offenen Zentrum mit einem urbanen und niederschwelligen Profil weiterentwickelt werden und auch für Quartier- und Sozialinstitutionen, Kulturanbieter und Kursveranstalter Platz bieten.

Auch hier hat die Synode einstimmig einen Baukostenbeitrag in der Gesamthöhe von 5,5 Millionen Franken beschlossen. Voraussetzung sei, dass die Kirchgemeinde Basel West sich mit einer halben Million Franken an den Kosten beteiligt. 

Restaurierung der Elisabethenkirche

Sorgen bereitete den Abgeordneten der Zustand der Elisabethenkirche. Der Bau, der 1864 fertiggestellt wurde, gilt als bedeutendste neugotische Kirche der Schweiz. Beim Bau der Kirche wurde aber ein minderwertiger Sandstein verwendet. Schon drei Jahre nach der Fertigstellung des Gebäudes zeigten sich erste Bauschäden. Seither muss die Kirche immer wieder saniert werden.

Heute ist es vor allem der 72 Meter hohe Turm, der den Fachleuten Sorgen macht: Der Sandstein bröckelt, die Schäden haben sich durch die heissen Sommer und die Schadstoffe in der Luft verschärft. Die Aussenhülle der Kirche muss deshalb für über 13 Millionen Franken saniert werden. Der Betrag entspricht fast den gesamten Steuereinnahmen eines Jahres in der Evangelisch-reformierten Kirche. Dies wiege umso schwerer, als die Kirche seit 30 Jahren nicht mehr als Gemeindekirche genutzt werde, wie es in der Mitteilung weiter heisst.

Die Synode hat beschlossen, dass sich die Evangelisch-reformierte Kirche Basel-Stadt mit rund 2,5 Millionen Franken an der Sanierung beteiligt. Dies in der Hoffnung, dass der Kanton Basel-Stadt, die Christoph Merian-Stiftung und der Bund mit weiteren Beiträgen die Sanierung der Kirche möglich machen. (bat)