Assistierter Suizid

Erste Person mit Sarco gestorben

Am Montag hat Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider festgehalten, die Suizidkapsel Sarco sei in der Schweiz nicht zulässig. Fast zeitgleich nahm sich eine Person damit das Leben. Nun ermittelt die Polizei.

Bei einer Waldhütte in Merishausen im Kanton Schaffhausen hat am Montag zum ersten Mal ein assistierter Suizid mit der Kapsel Sarco stattgefunden. Dies teilt die Schaffhauser Polizei mit. Demnach hat die Staatsanwaltschaft ein Strafverfahren wegen Verleitung und Beihilfe zum Selbstmord eingeleitet, mehrere Personen wurden verhaftet. Die Kapsel sei sichergestellt und die verstorbene Person zur Obduktion ins Institut für Rechtsmedizin Zürich gebracht worden, heisst es weiter.

Der Vorfall ereignete sich zu einem heiklen Zeitpunkt: Ebenfalls am Montag hatte die zuständige Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider festgehalten, die Suizidkapsel sei in der Schweiz aus zwei Gründen nicht rechtskonform. «Zum einen erfüllt sie die Anforderungen des Produktesicherheitsrechts nicht und darf daher nicht in Verkehr gebracht werden», sagte Baume-Schneider in der Fragestunde des Nationalrats. «Zum anderen ist die entsprechende Verwendung von Stickstoff mit dem Zweckartikel des Chemikaliengesetzes nicht vereinbar.»

Der Sarco ist eine futuristisch anmutende Kapsel aus dem 3D-Drucker, die auf Knopfdruck die Luft im Inneren durch Stickstoffgas ersetzt. Die suizidwillige Person verliert daraufhin das Bewusstsein und stirbt. Erfunden wurde der Sarco vom australischen Aktivisten Philip Nitschke. In der Schweiz wurde für seinen Einsatz die Suizidhilfeorganisation The Last Resort gegründet. (vbu)

Suizidgedanken? Hier finden Sie Hilfe:

Die Dargebotene Hand, Telefon 143
Pro Juventute, Telefon 147 (für Kinder und Jugendliche)