Studentenproteste: Die Polizei räumt im Morgengrauen
Rund zwei Tage lang haben Studierende den UniTobler besetzt, ein Gebäude der Universität Bern. Die Universitätsleitung suchte den Dialog mit den pro-palästinensischen Demonstranten. Diese riefen zu einem «akademischen Boykott israelischer Institutionen» auf. Rektor Christian Leumann wird in einer Mitteilung der Universität Bern so zitiert: «Eine Besetzung und politisch motivierte Forderungen bieten keinen Rahmen für einen konstruktiven Dialog.»
Am Dienstag wurde den Besetzern ein Ultimatum gestellt: Bis zum Mittag sollten sie das Gebäude verlassen. Die Demonstranten liessen die Frist verstreichen. Auf Antrag der Universitätsleitung löste die Polizei die Besetzung am Mittwoch in den frühen Morgenstunden auf.
Eine Gruppe, die sich «Students for Palestine» nennt, hatte am Dienstag die Universität Zürich besetzt. Sie wolle sich der «internationalen, friedlichen Solidaritätsbewegung mit Palästina» anschliessen. Am frühen Abend gab sie die Besetzung auf und zog in einem Demonstrationszug durch die Innenstadt.
Kein Dialog in Basel
Ebenfalls bis Mittwoch besetzt war ein Gebäude der Universität Basel. Auch dort versuchte das Rektorat, mit den Demonstrierenden in einen konstruktiven Dialog zu treten. Das misslang laut einer Mitteilung der Universität Basel wiederholt: Vertretern der Universitätsleitung sei der Zutritt zum besetzten Hörsaal verweigert worden.
Rektorin Andrea Schenker-Wicki befürchtete, dass sich gewaltbereite Personen unter die Studierenden gemischt hätten. Das Rektorat engagierte gar den Direktor der Organisation Swisspeace, Laurent Goetschel, um ein Ende der Besetzung zu erreichen. Doch auch in Basel kam laut der Mitteilung kein Dialog zustande. Als schliesslich noch das gesetzte Ultimatum verstrich, liess die Universitätsleitung das besetzte Gebäude durch die Polizei räumen.
Besetzer in Freiburg ziehen ab
Rund hundert Personen hatten am Montag den Eingangsbereich der Universität Freiburg besetzt. Sie forderten unter anderem, dass eine Gedenktafel für Chaim Weizmann entfernt würde. Der erste Staatspräsident Israels hatte in Freiburg studiert.
Rektorin Katharina Fromm diskutierte mit einer Abordnung der Besetzer. Laut dem Freiburger Onlinemedium «Frapp», zogen die Demonstranten anschliessend ab. Die Universitätsleitung hat angekündigt, bei einer weiteren Besetzung die Teilnehmenden wegen Hausfriedensbruchs anzuzeigen.
Die Besetzungen der Universitäten Genf und Lausanne sind ebenfalls beendet worden. Eine Demonstration im Hauptgebäude der ETH Zürich vergangene Woche liess die Leitung der Hochschule nach kurzer Zeit durch die Stadtpolizei räumen. 28 Demonstrierende wurden wegen Hausfriedensbruchs verzeigt.