St. Galler Reformierte wollen keine Mehrkosten für Hochzeiten

Die Synode der Evangelisch-reformierten Kirche des Kantons St. Gallen vom 26. Juni regelte die Abgeltung für kirchliche Handlungen ausserhalb der Wohnsitzgemeinde: Künftig sollen Brautpaaren, die nicht in ihrer Gemeinde heiraten, keine zusätzlichen Kosten erwachsen.

Der St. Galler Kirchenrat vor der neu eingeweihten ReformierBar, die in der Sommerhitze zwischen den Synodegeschäften etwas Abkühlung brachte. (Bild: Andreas Ackermann)

Wer heute im Kanton St. Gallen ausserhalb seiner Kirchgemeinde heiratet, muss dafür extra zahlen, wenn er Pech hat. Der Kirchenrat findet das störend. Er schlug deshalb zuhanden der Synode eine Anpassung der Kostenregelung bei kirchlichen Amtshandlungen vor. Zukünftig sollen die involvierten Gemeinden die erbrachten Leistungen gegenseitig verrechnen. «Wenn jemand Kirchensteuern zahlt und bei einer auswärtigen Trauung nochmals zur Kasse gebeten wird: Das versteht niemand», sagte Kirchenratspräsident Martin Schmidt.

Die Vorlage sei zu kleinkrämerisch, meinte ein Abgeordneter. Um unnötiger Bürokratie vorzubeugen, sollten die Gemeinden die Kostenfrage informell regeln. Die Synode wollte jedoch Einheitlichkeit und nahm dafür etwas Bürokram in Kauf. Allerdings sind gastgebende Kirchgemeinden nicht verpflichtet, den eigenen Aufwand der Wohnsitzgemeinde in Rechnung zu stellen. Bei Trauungen ausserhalb des Kantons bleibt es den Kirchgemeinden überdies frei, die Kosten zu übernehmen.

Rückstellungen für Reformationsjubiläum

Beim Amtsbericht des Kirchenrates und der Jahresrechnung bestand kein Gesprächsbedarf. Letztere schliesst bei einem Aufwand von rund 21,4 Millionen mit einem Überschuss von 114’000 Franken. Grund für den erfreulichen Abschluss sind neben der Budgetdisziplin der Kantonalkirche höhere Steuereinnahmen von Privatpersonen. Dank der Mehreinnahmen ist es möglich, zusätzliche Rückstellungen zu tätigen. So entschied sich die Synode, 200’000 Franken für das im Herbst beginnende Reformationsjubiläum beiseite zu legen, zusätzlich zu der bereits gesprochenen Million für Projekte der Gemeinden.

Kirchenrat interveniert in Bern

Schliesslich verabschiedete die Synode deutlich eine Resolution aus Altstätten, die verlangt, dass der Kirchenrat beim Bund interveniert. Stein des Anstosses ist der Entscheid des Bundesamtes für Sport, gewissen christlichen Jugendverbänden die Zusammenarbeit mit Jugend + Sport zu kündigen. Zu sehr würden die Verbände die Glaubensvermittlung ins Zentrum stellen, begründet das Bundesamt den Entscheid. Davon betroffen wäre auch die Jungschar, die der Kirchgemeinde Altstätten nahe steht. Stossend sei, dass sportliche Aktivität nicht förderungswürdig sein solle, nur weil sie von einer christlichen Organisation angeboten werde, kritisieren die Verfasser der Resolution.