Zwinglipreis
St. Galler Laienprojekt ausgezeichnet
Die Jury des Zwinglipreises 2025 hat den mit 2025 Franken dotierten Hauptpreis an ein innovatives Projekt aus St. Gallen vergeben: die «Sharing Community» unter der Leitung von Pfarrer Uwe Habenicht. Hinter dem Projekt steht die Idee, dass Gottesdienste auch von Laien gestaltet werden können – besonders in Zeiten, in denen Pfarrmangel herrscht.
Habenicht leitet auch die Arbeitsstelle für Gottesdienst und Liturgie der Evangelisch-reformierten Kantonalkirche St. Gallen. Die «Sharing Community» solle neue Standards schaffen, sagte er im Mai in einem Interview mit ref.ch. «Sie müssen aber eingeübt werden. Neue Wege zu gehen, braucht Geduld und Zeit», ergänzte er.
Laien werden ausgebildet, damit sie in Dreiergruppen einen Gottesdienst gestalten können. Sie übernehmen die Rollen der Liturgin, der Gastgeberin und des Wegbegleiters. Zuvor durchlaufen sie entsprechende Ausbildungsmodule.
Die Jury würdigte das Projekt als «spielerische, entspannte und zugleich innovative» Reaktion auf den Pfarrmangel, wie es in einer Mitteilung heisst. Theologisch mache die «Sharing Community» ernst mit dem «reformatorischen Anliegen des Priestertums aller Gläubigen».
Pfarrer Habenicht beschrieb den speziellen Gottesdienst so: «Eine ‘Sharing Community’ ist offen und bietet Freiraum für Spontanität. Sie kann sehr intensiv und länger oder kürzer ausfallen.» Die Feiern könnten drinnen oder draussen stattfinden, eine Meditation beinhalten oder Theater – es sei ein Dach für vieles und solle mehr Menschen ansprechen als ein klassischer Gottesdienst. (dst)