«Sternstunde Philosophie»
SRF prüft Übergriffvorwurf
Vor einem Gespräch der Philosophin Kate Manne mit «Sternstunde Philosophie»-Moderatorin Barbara Bleisch soll der Simultanübersetzer der Philosophin ein anzügliches Gedicht vorgelesen haben. Das schildert Manne in ihrem Blog. Der «Tages-Anzeiger» berichtete über den Fall.
Die australische Philosophin Manne sollte mit Bleisch über ihre Studien zu Frauenfeindlichkeit und Fettphobie sprechen. Doch vor Beginn des Interviews soll der Simultandolmetscher ihr Zeilen eines sexuell aufgeladenen Gedichts vorgelesen haben. So schildert es Manne in ihrem Blog.
Beim Test, ob Manne die Stimme des Übersetzers im Kopfhörer hören konnte, habe er ihr Zeilen des Gedichts «Ode to Fat» der amerikanischen Dichterin Ellen Bass vorgelesen. Laut «Tages-Anzeiger» sei Manne in der Folge während des Interviews gestresst und danach «erschöpft und desorientiert» gewesen.
Auf Anfrage von ref.ch bestätigt die SRF-Medienstelle den im Zeitungsbericht geschilderten Vorfall. Er werde zur Zeit sorgfältig geprüft und SRF werde die notwendigen Schritte einleiten. Die Tonprobe mit dem Übersetzer, bei der sich der Übergriff ereignet haben soll, findet laut SRF vor dem eigentlichen, aufgezeichneten Gespräch statt. Es ist davon auszugehen, dass nicht gespeichert ist, mit welchen Worten der Dolmetscher die Verbindung getestet hat.
Auf die Frage, ob das SRF die Zusammenarbeit mit dem beschuldigten Übersetzer vorerst aussetzt, verweist die Medienstelle auf die laufende Untersuchung und den Persönlichkeitsschutz. «Bei sexueller Belästigung und sexistischem Verhalten gilt bei SRF Nulltoleranz», heisst es weiter. (dst)