Warschau
Evangelische Kirchen wollen Schutz vor Missbrauch stärken
Die Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) hat ihre Mitgliedskirchen dazu aufgerufen, dem Schutz vor sexualisierter Gewalt hohe Priorität einzuräumen. In einer Erklärung fordert die Organisation die Einführung und Verbesserung von Schutzmassnahmen, insbesondere zum Schutz von Kindern und Jugendlichen.
Rita Famos, GEKE-Präsidentin und Präsidentin der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz (EKS), sagte zum Auftakt einer dreitägigen Konferenz in Warschau, Kirche müsse ein sicherer Ort für alle Menschen sein: «Der Schutz vor sexualisierter Gewalt ist keine Zusatzaufgabe, sondern gehört ins Herz unseres kirchlichen Auftrags.»
Mit ihrer Erklärung greift die GEKE Forderungen einer Resolution des Europarats aus dem Jahr 2024 auf. Diese verlangt unter anderem die Aufarbeitung von Missbrauchsfällen, die Anerkennung des erlittenen Unrechts sowie die Entwicklung wirksamer Schutzkonzepte.
Durchgeführt wird die Konferenz in Kooperation mit der Guido-Fluri-Stiftung. Sie hat die europäische «Justice Initiative» ins Leben gerufen und 2024 am Europarat erfolgreich für eine entsprechende Resolution lobbyiert.
An der Konferenz nehmen rund 70 Personen aus mehr als 40 evangelischen Kirchen teil. Sie tauschen sich über den Umgang mit sexualisierter Gewalt aus und diskutieren bewährte Praxisbeispiele.
Die GEKE vereint 96 lutherische, reformierte, unierte und methodistische Kirchen aus über 30 Ländern Europas sowie teilweise aus Südamerika. (epd/ hz)