Mittelmeer

Seenotretter verbünden sich zur «Justice Fleet»

Ein Dutzend europäische Seenotrettungsorganisationen wie Sea-Watch und SOS Humanity wehren sie sich gegen eine Zusammenarbeit mit der libyschen Rettungsleitstelle. Sie setzen auf verstärkte Zusammenarbeit untereinander.

Als Reaktion auf Menschenrechtsverletzungen der libyschen Küstenwache ziehen Seenotrettungsorganisationen klare Grenzen. Künftig solle es keine operative Kommunikation mit der Seenotrettungsleitstelle in Tripolis geben, erklärte ein Zusammenschluss von 13 europäischen Organisationen in Brüssel. Zugleich gaben die Seenotretter die Gründung ihres neuen Bündnisses «Justice Fleet» bekannt.

«Mit diesem Schritt weisen die Organisationen den wachsenden Druck der EU und des Mitgliedstaats Italien zurück, mit der sogenannten libyschen Küstenwache zu kommunizieren. Sie hat laut einem neuen Bericht in den vergangenen zehn Jahren über 60 brutale Gewalttaten verübt», heisst es in der gemeinsamen Erklärung. Dem Zusammenschluss gehören unter anderem Sea-Eye, Sea-Watch, SOS Humanity, Resqship und Mission Lifeline an.

Auf Grundlage gerichtlicher Entscheide werde die libysche Küstenwache als illegitimer Akteur auf See eingestuft, erklärten die Organisationen. Schon seit Jahren hätten Seenotrettungsorganisationen systematische Gewalt durch die sogenannte Küstenwache dokumentiert: Flüchtende würden auf See gewaltsam abgefangen, verschleppt und in Lager gebracht, in denen Folter, Vergewaltigung und Zwangsarbeit verbreitet seien. (epd/ dst)

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