Migration
Sea-Eye rettet 57 Menschen im Mittelmeer
Die Crew der «Sea-Eye 5» hat im Mittelmeer 57 Menschen aus akuter Seenot gerettet. Die geflüchteten Menschen seien bereits mehrere Tage auf einem Holzboot auf offener See unterwegs gewesen, teilte die Hilfsorganisation Sea-Eye mit. Sie wird unter anderem von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und verschiedenen deutschen katholischen Bistümern finanziell unterstützt.
Die medizinische Versorgung nach der nächtlichen Rettung sei kritisch gewesen, sagte die Organisation. Dennoch hätten die italienischen Behörden der «Sea-Eye 5» einen weit entfernten Hafen im italienischen Crotone zugewiesen, sodass die Fahrt weitere 50 Stunden dauerte.
Sea-Eye kritisierte erneut die Praxis europäischer Behörden, zivilen Rettungsschiffen weit entfernte Häfen zuzuweisen. Diese Verzögerungen gefährdeten das Leben der Geretteten und stellten eine zusätzliche Belastung für die Crew und das medizinische Personal dar, hiess es.
Das Mittelmeer zählt zu den gefährlichsten Fluchtrouten weltweit. Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) sind in diesem Jahr bereits 1502 Menschen bei der Überfahrt ums Leben gekommen. Die Dunkelziffer könnte weit höher liegen. (epd/ dst)