Krieg in der Ukraine

Schweiz nimmt die ersten schwer kranken Ukrainer auf

Die Schweiz nimmt am Mittwoch die ersten schwer kranken Zivilpersonen aus der Ukraine auf. Die fünf Personen werden in den Universitätsspitälern von Zürich und Lausanne sowie im Inselspital Bern behandelt.

Zum ersten Mal können fünf Ukrainer, die spezielle medizinische Behandlung benötigen, in die Schweiz reisen. Das schreibt die Gesundheitsdirektorenkonferenz (GDK) in einer Mitteilung vom Mittwoch.

Die ukrainische Botschaft hatte die Schweiz im Juli um die Aufnahme von schutz- und behandlungsbedürftigen Zivilpersonen ersucht. In der Folge hätten sich die betroffenen Stellen von Bund und Kantonen um einen Mechanismus für die Aufnahme verständigt, so die GDK.

Dieser Mechanismus sehe vor, dass die Dossiers der Patientinnen und Patienten von der nationalen Koordinationsstelle entgegengenommen werden. Danach wird unter anderem geprüft, ob die Personen transportfähig sind und gute Therapiechancen haben. Sind diese Voraussetzungen erfüllt, unterbreitet die Koordinationsstelle die Vorschläge einer medizinischen Kommission, die sich aus medizinischen Fachpersonen verschiedener Institutionen zusammensetzt.

Die Rega transportiert

Die Spitäler, die sich zu einer Aufnahme bereit erklären, müssen eine Intensivstation haben. Dies, weil jederzeit damit zu rechnen sei, dass schwer kranke oder verletzte Personen intensivmedizinisch behandelt werden müssten, schreibt die GDK in der Mitteilung.

Organisiert wird der Transport von der Rega. Sie fliegt die Patientin oder den Patienten und höchstens eine Begleitperson von einem Flughafen in Polen, Rumänien oder Moldawien in das jeweilige Spital in der Schweiz. Für die Transportkosten kommt die humanitäre Hilfe der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (Deza) auf.

Rund 20 Personen pro Monat

Sowohl die Erkrankten als auch die Begleitpersonen werden als schutzsuchende ukrainische Staatsbürger erfasst und erhalten den Schutzstatus S. Dies ermöglicht es, sie in der Schweiz zu versichern. Die Behandlungskosten tragen folglich die Kantone und die Krankenkassen.

Bereits vor der Einreise in die Schweiz werde mit den Patientendaten die Identität der Personen erhoben und vom Staatssekretariat für Migration (SEM) geprüft, schreibt die GDK.

Pro Monat wird die Schweiz voraussichtlich rund 20 Personen aufnehmen. Laut den Gesundheitsdirektoren ist damit zu rechnen, dass die akutsomatischen Behandlungen und eine allfällige Rehabilitation mehrere Monate dauern. Angaben zur Art der Erkrankungen machte die GDK nicht. (sda/mos)