Für die 149 Kinder, 38 Frauen und 216 Männer, die von der «Ocean Viking» am Wochenende aus Seenot gerettet worden waren (ref.ch berichtete), hat die Wartezeit an Bord des Schiffes ein Ende. Wie die Organisationen Ärzte ohne Grenzen und SOS Méditerranée am 29. Januar mitteilten, dürfen die Flüchtlinge im süditalienischen Tarent an Land gehen. Die meisten kommen den Angaben zufolge aus dem Sudan, aus Somalia und Eritrea.
Angesichts der hohen Zahl an Menschen, die in den vergangenen Wochen trotz widrigen Winterwetters die gefährliche Überfahrt nach Europa antraten, forderte SOS Méditerranée staatlich organisierte Such- und Rettungsaktionen im Mittelmeer. Der Europäischen Union müsse es vor allem um die Rettung von Menschenleben gehen, betonte die Organisation, die die «Ocean Viking» gemeinsam mit «Ärzte ohne Grenzen» betreibt.
Deutsches Schiff «Alan Kurdi» darf nach Malta
Seitdem die EU im Rahmen der Mission «Sophia» gegen Schleuserkriminalität keine Marineschiffe mehr vor Libyen kreuzen lässt, nehmen in der Rettungszone vor dem nordafrikanischen Land vor allem Schiffe privater Hilfsorganisationen in Seenot geratene Flüchtlinge auf.
Das Rettungsschiff «Alan Kurdi» fuhr unterdessen Richtung Malta, nachdem es die Genehmigung erhalten hatte, die geretteten Flüchtlinge dort an Land zu bringen. An Bord befanden nach Angaben der Regensburger Organisation Sea-Eye, die das Schiff betreibt, 77 Menschen aus 20 Ländern. (epd/no)