Über 480 Flüchtlinge im Mittelmeer gerettet

Wieder einmal warten die «Ocean Viking» und die «Aland Kurdi» auf die Erlaubnis, Flüchtlinge in einem sicheren europäischen Hafen an Land bringen zu können. Unter den Menschen, die sie aus Seenot gerettet haben, befinden sich zahlreiche unbegleitete Minderjährige sowie Schwangere und Kleinkinder.


Rettungsschiffe haben am Wochenende im südlichen Mittelmeer über 480 Flüchtlinge aus Seenot gerettet. An Bord der «Ocean Viking» seien derzeit insgesamt 407 Menschen, die seit Freitag in fünf nächtlichen Aktionen an Bord genommen worden seien, erklärte Ärzte ohne Grenzen am frühen Montagmorgen auf Twitter. Die Crew der «Alan Kurdi» versorge derzeit 78 Geflohene aus 20 Ländern, teilte die Regensburger Organisation Sea-Eye mit. Beide Schiffe warten auf die Zuweisung eines Hafens, um die Geretteten an Land zu bringen.

Malta habe die Anfrage abgelehnt, die «Alan Kurdi» anlanden zu lassen, erklärte Sea-Eye. Die EU-Kommission müsse schnell handeln, damit die Schiffe nicht unnötig lange blockiert würden, sagte der Sprecher der Organisation, Gorden Isler.

Rund 100 Minderjährige

Die «Ocean Viking» nahm zuletzt in der Nacht auf Montag 184 Männer, Frauen und Kinder von zwei Schlauchbooten in Seenot auf, eines vor der libyschen Küste, das andere in der maltesischen Rettungszone, wie SOS Méditerranée erklärte. Die Organisation und Ärzte ohne Grenzen betreiben das Schiff unter norwegischer Flagge gemeinsam. Unter den Geretteten sind demnach sieben schwangere Frauen, fünf Kinder unter fünf Jahren und etwa 100 unbegleitete Minderjährige.

Die «Alan Kurdi» rettete den Angaben zufolge zunächst 62 Menschen, darunter acht Frauen und sieben Kinder, von einem Schlauchboot, in das bereits Wasser eindrang. Von einem weiteren seeuntüchtigen Boot habe die Crew weitere 16 Personen aufgenommen, von denen drei stark dehydriert gewesen seien. (epd)