Krieg in der Ukraine

Rund 500 religiöse Bauten zerstört

In der Ukraine sind laut dem Weltkirchenrat mindestens 494 Sakralbauten und religiöse Stätten infolge der russischen Invasion vor einem Jahr geplündert, beschädigt oder in Trümmer gelegt worden.

Der Krieg Russlands gegen die Ukraine fordert unzählige Leben. Auch das kulturelle und religiöse Erbe der Ukraine wird dabei von Russland ins Visier genommen. Zahlreiche Kirchen, Synagogen und Moscheen in der Ukraine sind seit Beginn des Kriegs zerstört worden. Die Beschlagnahmung religiös genutzter Gebäude als russische Militärbasen vergrössere den Schaden, erklärte der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK).

Der ÖRK bezog sich auf Daten und Recherchen des Instituts für Religionsfreiheit, eine 2001 in Kiew gegründete Menschenrechtsorganisation. Zerstörte religiöse Stätten gebe es überall in der Ukraine, von Cherson im Süden bis hin zu Tschernihiw im Norden. Alle Religionen und Glaubensgemeinschaften seien betroffen.

Die meisten Kirchen, Moscheen und Synagogen seien in den russisch besetzten Verwaltungsbezirken Donezk (mindestens 120) und Luhansk (mehr als 70) zerstört worden. Das Ausmass der Zerstörungen sei auch im Bezirk Kiew hoch, dort seien 70 Gebäude betroffen. In den Regionen Cherson und Charkiw seien jeweils mehr als 50 zerstörte Sakralbauten zu verzeichnen.

Gezielte Angriffe auf prominente religiöse Persönlichkeiten und Gläubige durch das russische Militär und Geheimdienste, besonders in den besetzten Gebieten, seien ebenfalls dokumentiert.

Russland hatte am 24. Februar 2022 den Angriffskrieg gegen die Ukraine begonnen. Der ÖRK umfasst 352 Mitgliedskirchen, die zusammen über 580 Millionen Christen aus protestantischen, orthodoxen, anglikanischen und anderen Traditionen repräsentieren. (epd/pef)