Abstimmung

Reformierte feiern «Ehe für alle» in sozialen Medien

Auf dem sozialen Nachrichtendienst Twitter haben sich zahlreiche reformierte Pfarrerinnen und Pfarrer sowie die Evangelisch-reformierte Kirche der Schweiz zur «Ehe für alle» geäussert. Auch die Schweizerische Evangelische Allianz meldete sich zu Wort. Ihr passt das Abstimmungsresultat gar nicht.

Mit rund 64 Prozent haben die Stimmberechtigten am Sonntag Ja gesagt zur «Ehe für alle» (ref.ch berichtete). Viele reformierte Pfarrerinnen und Pfarrer bekundeten in sozialen Medien ihre Freude über dieses deutliche Resultat. «Wir haben fertig! Juhuu ein Ja zur Ehe für alle! Danke Schwiiiz! Ihr habt gezeigt: wir sind offen, liberal und für Gleichberechtigung!», schrieb etwa die reformierte Regenbogen-Pfarrerin Priscilla Schwendimann auf Twitter. Auf der gleichen Plattform äusserte sich Pfarrerin Sibylle Forrer mit den Worten: «Ich freue mich, dass ich ab heute Abend die Segnungsfeiern für homosexuelle Paare das nennen darf, was sie theologisch immer waren: Trauungen.» Ebenfalls überschwänglich zeigte sich der reformierte Pfarrer Christian Walti. Er schrieb: «Danke Schweiz, jetzt mal chli feiern mit allen! Nicht erst jetzt, aber jetzt erst recht: welcome to (reformed) church!»

Auch die Evangelisch-reformierte Kirche Schweiz (EKS) hatte sich geäussert. «Die EKS begrüsst die Ehe für alle durch das Volk. Auch in den Kirchen wurde die Ausweitung der Ehe kontrovers diskutiert», schrieb sie in einem Tweet. Nun gelte es, die eingeführte Ehe für gleichgeschlechtliche Paare auf allen gesellschaftlichen und kirchlichen Ebenen umzusetzen.

Weniger erfreut über das Abstimmungs-Resultat ist die Schweizerische Evangelische Allianz (SEA). «Für die Schweizerische Evangelische Allianz SEA-RES gehen diese Schritte zu weit, insbesondere weil sie die Rechte und das Wohl der Kinder zu wenig gewichten», heisst es in einer Mitteilung vom 26. September. Mit Blick auf die kirchliche Trauung gleichgeschlechtlicher Ehen werde sich die SEA für die Religions- und Gewissensfreiheit von Kirchen und Pfarrpersonen stark machen. (bat)