Krieg im Nahen Osten

Proteste in Gaza gegen die Hamas

Hunderte Palästinenser haben im Gazastreifen für mehr Hilfslieferungen und gegen die Hamas demonstriert. Polizisten der Hamas schossen laut Augenzeugen in Richtung der Demonstranten.

Die desaströse humanitäre Situation im Gazastreifen hat laut Augenzeugen zu spontanen Protesten geführt. Hunderte Palästinenser hielten demnach Schilder mit Aufschriften wie «Nieder mit der Hamas!» und «Wir wollen essen, den Krieg beenden – unsere Kinder sterben vor Hunger». Kinder klopften den Angaben zufolge auf leeres Geschirr, um so den Mangel an Essen zu zeigen.

Augenzeugen berichteten der Deutschen Presse-Agentur, dass Polizisten, die von der Hamas gestellt werden, in Richtung der Demonstranten geschossen hätten, um die Menschen auseinanderzutreiben. Berichte über Verletzte gab es zunächst nicht. Die Angaben lassen sich kaum unabhängig überprüfen.

Laut dem UN-Welternährungsprogramm (WFP) droht immer mehr Menschen im Gazastreifen der Hungertod. Bei Lebensmittellieferungen in den Norden kam es den Angaben zufolge zu Ausschreitungen. An einigen Orten seien jüngst ganze Lastwagen geplündert worden. Schüsse seien gefallen und ein Lkw-Fahrer angegriffen und verletzt worden. Das WFP kündigte danach an, die Lieferung von Nahrungsmitteln in den Norden Gazas vorübergehend wieder auszusetzen.

Der Chef des UN-Flüchtlingshilfswerks UNRWA, Philippe Lazzarini, warf derweil israelischen Kräften innerhalb des Regierungsapparats konzertierte Aktionen zur Behinderung der Arbeit der Organisation vor. Das Hilfswerk könnte das von der UN-Vollversammlung erteilte Mandat bald nicht mehr erfüllen, schrieb Lazzarini in einem Brief an den Präsidenten der UN-Vollversammlung. (sda/ pef)