Abstimmungskampf

Oeku sagt Ja zur Trinkwasser- und zur Pestizidinitiative

Der ökumenische Verein «oeku Kirchen für die Umwelt» empfiehlt, die beiden Initiativen zur Landwirtschaftspolitik anzunehmen. Zwar gebe es einige Zweifel und Unklarheiten, doch es bestehe dringender Handlungsbedarf in der Landwirtschaft.

Die Trinkwasser- und die Pestizidinitiative würden breit geteilte Sorgen in der Gesellschaft aufgreifen, schreibt der Verein «oeku Kirchen für die Umwelt» in einer Medienmitteilung vom 12. Mai. Zwar seien die Lösungsansätze umstritten, dennoch empfiehlt der Verein ein Ja zu beiden Vorlagen in die Urne zu legen.

Die Problematik der ökologisch nicht nachhaltigen landwirtschaftlichen Produktion sei bekannt. oeku zitiert dabei einen Bericht des Bundesamts für Umwelt aus dem Jahr 2018: «Mit den derzeitigen Tierbeständen und dem vorherrschenden Einsatz von Mineraldüngern und Pflanzenschutzmitteln beeinträchtigt die Landwirtschaft die biologische Vielfalt, die Luft- und die Wasserqualität sowie das Klima. Sie überschreitet damit die Grenzen der ökologischen Tragfähigkeit»

Seither habe die Belastung kaum abgenommen und Versuche zur Verbesserung seien blockiert. Deshalb sei der Handlungsbedarf aus ethischer und ökologischer Perspektive dringend.

Stärken und Schwächen bei beiden Vorlagen

Die oeku befürwortet die Idee der Trinkwasserinitiative, dass Subventionen nur noch an Bäuerinnen vergeben würden, die keine Pestizide und Antibiotika verwenden. Allerdings habe die Vorlage auch einige Schwächen. So bleibe unklar, wie viele Grossbetriebe ihre Produktion ohne Subventionen weiterführen und damit die Umwelt verstärkt belasten würden. Zudem würden der Import der Nahrungsmittel sowie das Einkaufsverhalten von Konsumenten nicht beeinflusst. Damit hätte die ökologische Landwirtschaft keine Garantie, dass sie ihre Produkte auch absetzen kann.

Die Pestizidinitiative würde den Einsatz von Pestiziden laut der oeku wirksam bekämpfen. Jedoch könnten die Importverbote die Regeln des Freihandels verletzen. Ausserdem würden wohl beide Initiativen dazu beitragen, dass der Arbeitsaufwand in der Landwirtschaft grösser würde. Dies hätte Auswirkungen auf die Preise.

Für kommende Generationen

Für die oeku stehen aber die Stärken der Initiativen im Vordergrund. Ein doppeltes Ja am 13. Juni wäre ein Auftrag, diese wichtigen Umweltanliegen umzusetzen. Dies würde die Lebensgrundlagen für kommende Generationen wie auch die Produktionsbedingungen der Schweizer Landwirtschaft schützen.

Auch zum CO2-Gesetz hat die oeku eine Ja-Parole herausgegeben. (mos)