Abstimmung

Kirchliche Hilfswerke sagen Ja zum CO2-Gesetz

Brot für alle und Heks befürworten das CO2-Gesetz. Klimagerechtigkeit gebe es nur, wenn auch die Schweiz ihren Teil der Verantwortung für die Klimakrise übernehme und entsprechende Massnahmen umsetze.

Das CO2-Gesetz, über das am 13. Juni abgestimmt wird, erhält Unterstützung von kirchlicher Seite. Die Hilfswerke Brot für alle (Bfa) und Heks empfehlen, ein Ja einzulegen. «Das ist ein wichtiger Schritt zur Minderung der Klimarisiken für Menschen im globalen Süden und somit ein wichtiger Beitrag der Schweiz zur globalen Klimagerechtigkeit», heisst es in einer Medienmitteilung vom 23. April.

Viele Menschen im globalen Süden seien schon heute von den dramatischen Folgen der Klimaerhitzung betroffen, so Judith Macchi, Themenverantwortliche für Klimawandel und Resilienz bei Heks. Sie hätten selber wenig zum Ausstoss von Treibhausgasen in die Atmosphäre und damit zum fortschreitenden Klimawandel beigetragen. Doch sie litten unverhältnismässig stark unter dessen Folgen.

«Überfälliger Zwischenschritt»

Zwar weise die Vorlage aus entwicklungspolitischer Sicht «klare Lücken» auf, dennoch sei sie ein «überfälliger Zwischenschritt», halten die Hilfswerke fest. Ohne das Gesetz würde die Schweizer Klimapolitik «um Jahre zurückgeworfen». Heks und Bfa begründen ihr Engagement mit der Bewahrung der Schöpfung: «Das ist einer der wichtigsten Grundsätze christlichen Glaubens.»

Das revidierte CO2-Gesetz wurde von Parlament und Bundesrat beschlossen. Das Ziel ist, damit den Treibhausgas-Ausstoss der Schweiz weiter zu senken, er soll bis 2030 gegenüber dem Wert von 1990 halbiert werden. Dazu soll etwa die Elektromobilität gefördert, das Fliegen verteuert und der Einsatz von klimafreundlichen Heizungen vorangetrieben werden. Jedoch haben verschiedene Verbände aus der Autobranche, der Gebäude- und der Erdölbranche das Referendum ergriffen. Deshalb wird am 13. Juni über das CO2-Gesetz abgestimmt.

Die Vorlage wird von allen Parteien unterstützt, ausser der SVP. Auch ein Teil der Klimastreik-Bewegung lehnt das Gesetz ab, weil es zu wenig ambitioniert sei. (mos)