Seenotrettung

«Ocean Viking» in Sizilien festgesetzt

Das Rettungsschiff «Ocean Viking» darf im Moment nicht mehr ins Mittelmeer auslaufen. Grund dafür sind angebliche Mängel am Schiff.

Am 10. Januar ist die «Ocean Viking» einer elfstündigen Inspektion unterzogen worden. Danach hätten die Behörden das Schiff im Hafen von Trapani auf Sizilien festgesetzt, wie die Seenotrettungsorganisation SOS Méditerranée in einer Medienmitteilung bekannt gab.

Grund dafür seien Mängel an den Containerstrukturen auf dem Achterdeck der Ocean Viking. Diese Containerstrukturen, die zur Lagerung der Ausrüstung und zum Schutz der Überlebenden dienen, müssten anders registriert werden. Laut Angaben von SOS Méditerranée sind diese aber vor zweieinhalb Jahren «in einer professionellen Werft installiert und von allen zuständigen Aufsichtsbehörden validiert» worden.

Schon im Sommer 2020 wurde das Schiff während fünf Monaten festgesetzt. Damals mussten neue Sicherheitsstandards erfüllt werden. Nach einer erneuten Inspektion im Dezember 2020 bestätigten die Hafenbehörden, dass alle Anforderungen erfüllt worden seien.

Rettungseinsätze verzögert

Im vergangenen Jahr konnte die «Ocean Viking» laut eigenen Angaben gut 2800 Personen retten. Gleichzeitig sei 2021 das tödlichste Jahr auf der Fluchtroute im Mittelmeer seit 2017 gewesen, so Operationschef Frédéric Penard. Um solche Schicksale zu vermeiden, seien private Rettungsschiffe unabdingbar. Durch die Festsetzung würden nun Rettungseinsätze verzögert.

Das Rettungsschiff «Ocean Viking» wird von SOS Méditerranée in Partnerschaft mit der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften betrieben. (mos/epd)