Migration

Frontex verzeichnet knapp 200’000 illegale Grenzübertritte

Die Anzahl der illegalen Einreisen und Einreiseversuche ist an den EU-Aussengrenzen deutlich gestiegen. Der Grund dafür seien Corona-Reisebeschränkungen.

Die EU-Grenzschutzagentur Frontex, an der auch die Schweiz beteiligt ist, hat für das vergangene Jahr rund 196'000 illegale Einreisen und Einreiseversuche
an den europäischen Aussengrenzen registriert. Das seien 57 Prozent mehr als 2020 und 36 Prozent mehr als 2019, teilte Frontex am Dienstag in Warschau unter Berufung auf vorläufige Zahlen mit. Der Anstieg gegenüber dem Vorjahr wurde mit den Corona-Reisebeschränkungen 2020 erklärt. Für den Anstieg gegenüber 2019 verwies die Agentur beispielshalber auf die «hybride Operation» gegen die EU an der Grenze mit Belarus.

Meist handelte es sich bei dem Aufgegriffenen demnach um Syrer, gefolgt von Tunesiern, Marokkanern, Algeriern und Afghanen. Auf der zentralen Mittelmeerroute wurden die meisten illegalen Grenzübertritte gezählt: Über 65'000. Auf der Landroute über den westlichen Balkan waren es demnach gut 61'500, auf der West-Afrika-Route zu den Kanarischen Inseln etwa 22'500 und auf der westlichen Mittelmeerroute ungefähr 18'000. Auf der östlichen Mittelmeerroute wurden rund 20'400 Fälle registriert und an der Ostgrenze zwischen Belarus und den baltischen Staaten und Polen rund 7'900.

Die Zahlen beziffern laut Frontex die versuchten und erfolgreichen illegalen Einreisen. Dabei kann dieselbe Person mehrmals gezählt werden – wenn sie es mehrfach versucht oder wenn sie zum Beispiel erst nach Griechenland und später auf der Balkan-Route noch einmal illegal nach Kroatien einreist. (epd/mos)