Nidwaldner Reformierte engagieren externen Berater

Die Evangelisch-Reformierte Kirche Nidwalden hat einen Berater angestellt, der ihre Strukturen durchleuchten soll. Dies gab Präsident Wolfgang Gaede an der Kirchgemeindeversammlung bekannt. In der Jahresrechnung erzielte die Gemeinde einen Gewinn.


In welche Richtung soll sich die reformierte Kirche Nidwaldens entwickeln? Um diese Frage zu klären, haben die Reformierten einen Wirtschaftsdozenten und Organisationsexperten der Hochschule Luzern engagiert. «Wie leiten wir die Evangelisch-Reformierte Kirche Nidwalden? Wer spielt welche Rolle in der Kirche? Und wer sagt, wo’s lang geht?» – auf solche Fragen sucht man laut dem Präsidenten Wolfgang Gaede nach Antworten, wie er an der Kirchgemeindeversammlung das Engagement begründete. 

Gaede ist sich gemäss einer Medienmitteilung vom 29. Mai bewusst, dass eine Kirche nicht so direkt wie ein Unternehmen geführt werden könne. «Doch was macht man stattdessen? Management by Chaos?» Dies funktioniere ebenso wenig. Gaede plädierte für Mut, offene Diskussion, zukunftsgerichtete Lösungen und Veränderungsenergie. Gärtlidenken, Gespräche abblocken und Sätze wie «das hat die letzten 20 Jahre doch gut funktioniert» würden nicht weiterhelfen.

Kompetenzen klar regeln

«Unsere Organisation in Nidwalden ist ein Schönwettermodell. Sobald Gewitterwolken aufziehen, taugen die Strukturen nicht und Konflikte können nicht effizient gelöst werden», betonte Gaede und brachte die Problematik auf den Punkt: Es sei untauglich, dass ein Gremium die Verantwortung für Entscheide übernehmen muss, die in einem anderen Gremium getroffen worden sind. «Wir müssen eine Struktur finden, in der Kompetenzen und Verantwortlichkeiten klar geregelt sind, um Entscheidungen zu beschleunigen und unsere Kirche fit für die Zukunft zu machen.»

Gewinn von über 200’000 Franken

Laut Mitteilung schloss die Jahresrechnung 2017 mit einem Gewinn von 230’085 Franken anstelle eines budgetierten Verlusts von 61’500 Franken. Dies sei vor allem auf höhere Steuereinnahmen von 127’600 Franken und grösstenteils auch auf weniger Ausgaben von 164’000 Franken zurückzuführen. 

Weiter wählten die Kirchenmitglieder den langjährigen Hergiswiler Pfarrer Ulrich Winkler für weitere vier Jahre ins Pfarramt. Zudem wurden Diana Hartz, Leiterin der Wirtschaftsförderung, neu in den Kirchenrat, Nicole Rüger in die Finanzkommission sowie Wolfgang Gaede und Esther Hug für weitere zwei Jahre als Präsident und Vizepräsidentin gewählt. (bat)