Parlamentsdebatte
Seilziehen um Finanzierung der Zürcher Mosaic Church
Es ist ein Vorzeigeprojekt: Seit dem Herbst 2022 gibt es in der Stadt Zürich die Mosaic Church. Sie ist eine Anlaufstelle für die Regenbogen-Community, dazu gehört das LGBTIQ-Pfarramt mit Pfarrerin Priscilla Schwendimann, das es seit 2021 gibt. Wie soll es mit der Mosaic Church weitergehen? Mit dieser Frage beschäftigt sich demnächst das Kirchgemeindeparlament der evangelisch-reformierten Kirchgemeinde der Stadt Zürich.
Die queere Kirche möchte ihre Strukturen ausbauen. Dafür braucht sie Geld. Konkret beantragt sie jährlich rund 245'000 Franken. Die Kirchenpflege hatte vergangenen Sommer entschieden, diesen Betrag ins Budget 2025 aufzunehmen. Um die Ressourcen ab 2026 bereitzustellen, heisst es im entsprechenden Protokoll, brauche es eine Leistungsvereinbarung zwischen dem Spezialpfarramt und dem Kirchenkreis eins, welcher die Zürcher Altstadt umfasst.
Leistungsvereinbarung fehlt
Die Kommission für kirchliches Leben und Strukturen (KLS) beantragt jedoch, dass das Parlament das Geschäft zurückweist, damit verschiedene Punkte geklärt werden können. Die Leistungsvereinbarung liege nicht vor, die Zuordnung des queeren Pfarramts zum Kirchenkreis eins sei nicht sinnvoll.
Überhaupt sei das Geschäft nicht beschlussfähig, schreibt die KLS in ihrem Rückweisungsantrag. In der Begründung heisst es: «Man hat den Eindruck, dass sich Kirchenpflege, Kirchenkreis eins und die Projektverantwortlichen nicht einig sind, was man genau will und warum.»
Ausbau geplant
Wofür sollen die 245'000 Franken jährlich ausgegeben werden? Aus dem Projekt soll eine Spezialaufgabe werden, in deren Rahmen die Pfarrstelle die gesamte Stadt umfasst. Im Protokoll der Kirchenpflege steht dazu: «Mosaic Church braucht für ihre Funktionsfähigkeit alle Gemeindedienste». Dazu gehören Sigrist, Unterhalt der Website und Administration.
Ausserdem soll ein Sozialdiakon oder eine Sozialdiakonin angestellt werden und eine Person, die Inhalte für digitale Plattformen erstellt «um die Botschaft von Mosaic Church einer breiten Zielgruppe zugänglich zu machen.» Aktuell zählt die Community der Mosaic Church rund 130 Mitglieder.
Als besonders wichtig wertet die queere Kirche ihre «eigenständige und queerfreundliche Musik». Eine musikalisch ausgebildete Person soll angestellt werden, welche einerseits die Mosaic-Kirchenband leitet. Andererseits soll sie reformierten Kirchen-Pop komponieren und arrangieren als «alternative zur oft queerfeindlichen evangelikalen oder traditionellen Lobpreismusik». Das Kirchgemeindeparlament befasst sich voraussichtlich in seiner Sitzung vom 26. Juni 2025 mit dem Rückweisungsantrag.