Memorandum fordert Annäherung zwischen Kirche und Hilfswerken

Die Amtspflege des Pfarramts Weltweite Kirche von Baselland und Basel-Stadt hat sich zur Fusion von Heks und Brot für alle geäussert. Dabei sorgt sie sich um eine zunehmende Entfernung von Kirche und Hilfswerken.


Die geplante Fusion zwischen Heks und Brot für alle (Bfa) sei nötig, das hält Niggi Ullrich, Präsident der Amtspflege Weltweite Kirche BL/BS und Kirchenrat in Baselland, fest. Die Hilfswerke müssten sich in einem umkämpften Markt behaupten. Aber man müsse bei dieser Fusion die Beziehung zwischen Hilfswerken und Kirche überdenken, sagt Ullrich. Aus diesem Grund hat die Amtspflege Weltweite Kirche BL/BS ein Memorandum verfasst; Adressat ist die Synode der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz (EKS).

Niggi Ullrich und seine Kolleginnen nehmen eine zunehmende Entfernung zwischen Hilfswerken und Kirche wahr. Die Kirche sei für die Hilfswerke zwar eine wichtige Geldgeberin, spiele aber sonst nur noch eine untergeordnete Rolle. Das zeichne sich in den Unterlagen zur Fusion ab, die der Synode am 15. Juni vorgelegt werden sollen.

So hätten die Vision und das Selbstverständnis des neu entstehenden Hilfswerks kaum noch Bezüge zu kirchlichen Inhalten. Die Amtspflege fürchtet deshalb, «dass das kirchliche Profil des neuen Hilfswerks weiter geschwächt und marginalisiert wird». So bestehe irgendwann kein Unterschied mehr zwischen Heks und Bfa sowie anderen, nicht kirchlichen Hilfswerken.

Entscheidung über Kooperation oder Trennung

Auf der anderen Seite spürt Niggi Ullrich aber auch innerhalb der Kirche eine Entfernung von den Hilfswerken. Lieber unterstütze man eigene Kleinprojekte. Auch die Motivation zu Kollekten für Heks und Bfa sei zurückgegangen. Ullrich bereut diese Entfernung, denn die Amtspflege sehe Entwicklungszusammenarbeit als eine wichtige kirchenpolitische Aufgabe.

Deshalb fordert sie eine Entscheidung, ob die EKS und das neue Hilfswerk in Zukunft wieder enger zusammenarbeiten wollen, oder man eher eine Trennung anstrebe. Diese Frage sei bisher nicht geklärt worden, sondern man habe die Fusion meistens aus finanzieller Perspektive betrachtet.

«Reaktionen der Kantonalkirchen sind relevant»

Das Heks und bfa haben das Memorandum zur Kenntnis genommen, sagen die beiden Direktoren Bernard DuPasquier (Bfa) und Peter Merz (Heks). Allerdings sei dies die Position «eines bestimmten kirchlichen Akteurs». Relevant für das Heks und bfa seien vor allem «die Erwartungen, Fragen und Reaktionen der Kantonalkirchen» auf ihren Bericht an der Synode.

Die Synode findet wegen der Corona-Restriktionen am 15. Juni in verkürzter Form statt. (mos)