Krieg im Nahen Osten
Mehrere Journalisten bei israelischem Angriff in Gaza getötet
Bei einem israelischen Angriff auf ein Krankenhaus im Gaza-Streifen sind erneut mehrere Medienschaffende getötet worden. Die US-amerikanische Nachrichtenagentur AP bestätigte den Tod ihrer freischaffenden Journalistin Mariam Dagga. Sie war nach Auskunft der Hilfsorganisation auch für «Ärzte ohne Grenzen» tätig. Zudem kamen Mitarbeitende des arabischen Senders Al-Dschasira sowie der Nachrichtenagentur Reuters ums Leben.
Laut internationalen Medien wurden beim Beschuss des Nasser-Krankenhauses in Chan Junis im Süden von Gaza am Montag insgesamt mindestens 20 Menschen getötet. Die israelischen Streitkräfte bestätigten in einer auf der Internet-Plattform X verbreiteten Erklärung einen Angriff im Bereich des Krankenhauses und kündigten eine Untersuchung an.
Wie der Sender Al-Dschasira mitteilte, ist einer seiner Mitarbeiter unter den Toten. Mohammed Salama sei bereits der zehnte von Israel getötete Journalist des Senders in dem Küstenstreifen am Mittelmeer, hiess es. Erst vor zwei Wochen kamen vier Mitarbeitende von Al-Dschasira bei einem israelischen Luftangriff ums Leben.
Eine Sprecherin der Nachrichtenagentur Reuters bestätigte dem Evangelischen Pressedienst (epd) ebenfalls den Tod des Kameramanns Hussam al-Masri. Zudem sei ein freischaffender Journalist, dessen Arbeiten gelegentlich von Reuters veröffentlicht worden seien, getötet und ein für die Nachrichtenagentur tätiger Fotograf verletzt worden.
Notfallkoordinator Jerome Grimaud von «Ärzte ohne Grenzen» verurteilte die Angriffe der israelischen Streitkräfte «auf das Schärfste». Das Nasser-Krankenhaus sei «das einzige öffentliche Krankenhaus im Süden des Gaza-Streifens, das noch teilweise funktionsfähig ist». Die freiberufliche Fotografin Mariam Dagga habe häufig mit seiner Organisation zusammengearbeitet und hinterlasse einen Sohn.
Bei dem Angriff hätten sich zudem einige Mitarbeitende der Hilfsorganisation im Labor verstecken müssen, da das Gebäude während der Rettungsmassnahmen «wiederholt beschossen wurde». Grimaud äusserte sich «empört» über die Angriffe auf medizinisches Personal sowie Journalistinnen und Journalisten.
Im Gaza-Krieg geraten immer wieder Journalistinnen und Journalisten unter Beschuss. Laut der internationalen Organisation «Komitee zum Schutz von Journalisten» (CPJ) wurden seit Beginn des Krieges am 7. Oktober 2023 fast 200 Medienschaffende getötet. Der Krieg im Gaza-Streifen wurde durch den Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 ausgelöst. Die Hamas hält noch immer rund 50 Geiseln im Gaza-Streifen fest, etwa 20 von ihnen sollen noch leben. (epd/ pef)