Menschenrechte

Margot Friedländer Stiftung zeichnet Evangelische Jugendarbeit aus

Eine Jugendarbeit in Sachsen erhält für ihr Engagement zur Aufarbeitung von NS-Verbrechen den ersten Preis. Die Ehefrau des Bundespräsidenten spricht von einem starken Zeichen der Hoffnung.

Die Margot Friedländer Stiftung hat fünf Initiativen und Personen für ihr Engagement für Toleranz, Menschlichkeit, Freiheit und Demokratie ausgezeichnet. Die mit insgesamt 25’000 Euro dotierten Auszeichnungen sind in Berlin zum zweiten Mal verliehen worden.

Der erste Preis geht an die Evangelische Jugendarbeit Wurzen (Sachsen) für deren langjähriges Engagement zur Aufarbeitung von NS-Verbrechen und den Einsatz gegen Antisemitismus. Unter anderem recherchieren die Jugendlichen den Angaben zufolge in ihrem Projekt «GrenzGeschichten» die Lebensgeschichten von NS-Opfern in der Region und machen diese sichtbar.

Insgesamt waren 329 Bewerbungen und Vorschläge für die Preise eingegangen. Juryvorsitzende Elke Büdenbender, Ehefrau des Bundespräsidenten und Stiftungs-Schirmherrn Frank-Walter Steinmeier, sprach von einem starken Zeichen der Hoffnung in einer Zeit, «in der die Würde des Menschen und das Leben in Freiheit und Demokratie immer bedrohlicheren Angriffen ausgesetzt sind».

Die «überwältigende Resonanz» auf die Ausschreibung des Preises und das vielfältige Engagement junger und älterer Menschen, über die Erinnerung an die NS-Verbrechen Verantwortung für die Gegenwart zu übernehmen, «haben uns sehr bewegt», erklärte Büdenbender.

Die Stiftung geht auf die Holocaust-Überlebende Margot Friedländer zurück. Als Jüdin war die gebürtige Berlinerin in der NS-Zeit in das KZ Theresienstadt verschleppt worden. Sie emigrierte später in die USA und kam mit 88 Jahren zurück nach Berlin. Im Mai dieses Jahres verstarb sie mit 103 Jahren. (epd/ gab)

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