Deutschland

Abschied von Margot Friedländer

Unter grosser Anteilnahme aus Politik und Gesellschaft ist die Holocaust-Überlebende Margot Friedländer auf dem Jüdischen Friedhof in Berlin-Weissensee beigesetzt worden. Sie ist einen Tag nach dem 80. Jahrestag des Kriegsendes im Alter von 103 Jahren gestorben.

Die 1921 in Berlin geborene Margot Friedländer wurde in einem Sarg neben ihren Grosseltern beigesetzt. Zuvor hatten Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter in einer Trauerzeremonie Abschied von der Holocaust-Überlebenden und Berliner Ehrenbürgerin genommen.

Unter den Trauergästen waren unter anderem Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU). Auch Israels Botschafter Ron Prosor und Altbundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nahmen an der Beisetzung teil.

Der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Berlin, Gideon Joffe, sagte, die Holocaust-Überlebende habe Unvorstellbares erlebt. Und trotzdem sei sie aus dieser Vergangenheit jemand geworden, die nicht hassen, sondern erinnern wollte. Der orthodoxe Berliner Rabbiner Yehuda Teichtal nannte Friedländers Leben eine Geschichte der Stärke und der unzerbrechlichen Menschlichkeit.

Margot Friedländer starb am 9. Mai. Noch am 7. Mai hatte sie an einer Gedenkveranstaltung zum 80. Jahrestag des Weltkriegsendes teilgenommen. Als junge Frau war sie in das KZ Theresienstadt verschleppt worden. Eltern und Bruder wurden von den Nazis ermordet. Nach dem Zweiten Weltkrieg emigrierte sie in die USA und kam im Alter von 88 Jahren zurück nach Berlin. Bis zuletzt engagierte sie sich als Zeitzeugin, um die Erinnerung an die NS-Verbrechen wachzuhalten und für die Demokratie zu werben. (epd/ dst)

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