Wie wird die Kirche von aussen wahrgenommen? Dieser Frage wollte die Reformierte Kirche Luzern nachgehen. Deshalb hat sie sich an die Fachhochschule Soziale Arbeit in Luzern gewandt, um von ihr eine externe Sicht zu erhalten. Eine Muslimin, eine ausgetretene Katholikin und eine Reformierte aus Basel durchleuchteten daraufhin im Rahmen ihrer Abschlussarbeit die Organisation. Sie befragten die Teilkirchgemeinden einerseits mit einem Fragebogen und vertieften die Antworten mit Interviews.
«Dabei fanden sie spannend, was wir ausserhalb des Gottesdienstes am Sonntagmorgen so alles machen», sagt Robert Delaquis, Kirchenvorsteher der Reformierten Kirche Luzern. «Wir merkten, dass unsere diakonischen Werke wie zum Beispiel die Gassenarbeit offenbar viel zu wenig bekannt sind.»
Ausserdem sei herausgekommen, dass in der Kirche das Wir-Gefühl ein bisschen fehlt. «Jeder ist in seinem Bereich stark eingebunden, ohne dass man gemeinsam an etwas arbeitet», sagt Delaquis. Es brauchte also ein Projekt, das sowohl die Arbeit der Kirche zeigt als auch ein Wir-Gefühl schafft. «So sind wir auf die Idee gekommen, einen Dokumentarfilm drehen zu lassen, der die Mitarbeitenden der Kirche und deren Aufgaben zeigt.»
200 Gäste bei Filmpremiere
Herausgekommen ist der Film «Semper Reformanda» der Luzerner Filmemacherin Antonia Meile. In der gut 30-minütigen Doku wird die Kirchgemeinde Luzern in ihren verschiedenen Facetten porträtiert. «Ursprünglich war nur ein 15-minütiger Film geplant. Aber es gab einfach zu viele spannende Geschichten zu erzählen», sagt Delaquis.
Von der Planung bis zum fertigen Film seien insgesamt 1,5 Jahre vergangen. Mit dem Ergebnis ist die Kirche «sehr zufrieden». «Wir sind im katholischen Luzern eine kleine Diaspora. Unsere Arbeit einer breiten Öffentlichkeit in einem so schönen und lustvollen Film zeigen zu können, stärkt unser Selbstbewusstsein», sagt Delaquis.
Dies komme offenbar auch beim Publikum an. Zur Filmpremiere in der Matthäus-Kirche am 17. Mai seien etwa 200 Gäste gekommen. «Wir sind wirklich stolz und hoffen, dass der Film auch kirchenfernen Menschen zeigt, welchen Dienst wir an der Gemeinschaft leisten.»
Der ganze Film kann direkt auf der Website der Reformierten Kirche Luzern runtergeladen werden.