Landeskirchen GR und SG: Nein zur Durchsetzungsinitiative

Die reformierten Landeskirchen Graubünden und St. Gallen lehnen die eidgenössische Volksinitiative «Zur Durchsetzung der Ausschaffung krimineller Ausländer» ab, die am 28. Februar zur Abstimmung kommt.

Mit diesem Bild wirbt das NGO-Komitee für eine Ablehnung der Durchsetzungsinitiative. (Bild: Screenshot durchsetzungsinitiative-nein.ch)

Der Kirchenrat der Bündner reformierten Landeskirche lehnt die Durchsetzungsinitiative «entschieden ab», heisst es in einer Medienmitteilung vom 1. Februar. Er sei besorgt «über die Ignoranz gegenüber der Würde, die nach christlichem Verständnis jedem Menschen unabhängig von Herkunft und Religion zukommt». Der Versuch, durch billige Vorwurfspolitik die in der Verfassung verankerte Gewaltenteilung aufzuweichen, erfülle den Kirchenrat mit Sorge. Ebenso das Mass an Ungerechtigkeit, das mit der automatischen Ausschaffung in Kauf genommen werde. Nur ein entschiedenes Nein könne dieses fahrlässige Spiel stoppen.

 

Auch der Kirchenrat der reformierten Kirche des Kantons St. Gallen empfiehlt, die Durchsetzungsinitiative abzulehnen. Er schliesse sich der Empfehlung des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes (SEK) an, heisst es auf Website der St. Galler reformierten Kirche.