Landeskirche des Kantons Thurgau gestaltet Diakoniestelle um

Die Thurgauer Synodalen wollen frischen Wind in ihre Kirche bringen. An ihrer Sommersynode beschlossen sie, eine Stelle zur Förderung von «Erprobungsräumen» zu schaffen.


Die Landeskirche in Thurgau will für die Zukunft eine 50 Prozent Diakoniestelle zur Förderung von «Erprobungsräumen» – sogenannten «fresh expressions of church» – schaffen. Unter «fresh expressions of church» haben sich 2011 unterschiedliche Personen verschiedener reformierter und katholischen Landeskirchen zusammengefunden, um Menschen zu vernetzen, die sich für neue Ausdrucksformen von Kirche interessieren.

«Der Wunsch, Kirche und Gemeinde in neuen Strukturen zu denken und zu leben wurde an den verschiedenen Tagungen zur Kirchenentwicklung laut», heisst es in einer Medienmitteilung vom 25. Juni. «Wir brauchen jemanden, der die Nase in den Wind hält und sich mit Kirchendistanzierten an den Stammtisch setzt. Wir brauchen Mut, etwas zu bewilligen, von dem wir noch nicht wissen, wie es herauskommt», wird die Synodale Christina Aus der Au zitiert.

Sonntägliche Gottesdienste noch Pflicht?

An der Synode wurde auch die Frage diskutiert, ob der Kirchenrat eine Möglichkeit sieht, von der sonntäglichen Gottesdienstverpflichtung abzuweichen. Gerade für kleinere Kirchgemeinden sei der Grundsatz jeden Sonntag in der eigenen Gemeinde einen Gottesdienst durchzuführen finanziell und personell oft schwer zu stemmen, vor allem bei Pfarrvakanzen und in der Ferienzeit, argumentierte ein Synodaler. Bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung beschloss die Synode das Verständnis der eigenen kirchlichen Identität im August 2020 an einer Gesprächssynode in Ittingen zu klären.

Kirche erwartet wegen Steuerreform Einbussen

Die Rechnung 2018 schliesst bei einem Aufwand von 6,43 und einem Ertrag von 6,63 Millionen Franken mit einem Gewinn von knapp 200‘000 Franken ab. Dies sei auf höhere Steuereinnahmen und auf Minderausgaben zurückzuführen. Trotz des positiven Resultats bezeichnete die Geschäftsprüfungskommission der Synode die Finanzlage als labil, für Stabilität seien Anstrengungen auf allen Ebenen gefordert. So würden durch die angenommene Unternehmenssteuerreform künftig 140‘000 bis 160‘000 Franken weniger Steuereinnahmen generiert.

Auch Personelles gab es an der Synode zu verkünden. Neu bekleidet Pfarrer Haru Vetsch aus Frauenfeld die Fachstelle Integration von Kindern und Jugendlichen mit einer Behinderung. Pfarrer Stefan Wohnlich aus Wängi tritt die Nachfolge von Pfarrerin Irmelin Drüner als Seelsorger in der Klinik Aadorf und die Nachfolge von Pfarrerin Karin Kaspers-Elekes als Ansprechperson Palliative-Care an. (bat)