Klimaschützer sind besonders gefährdet
«Wer für stärkeren Schutz von Wäldern und Lebensräumen oder für mehr Klimagerechtigkeit kämpft, wird immer öfter drangsaliert, verfolgt, diffamiert oder gar ermordet», sagte Dagmar Pruin, Präsidentin von «Brot für die Welt» vor den Medien. Die Organisation kritisierte in einem Bericht den Umgang mit Angehörigen der «Letzten Generation». Sie seien in Deutschland teils «mit langer, menschenrechtlich umstrittener Präventivhaft» belegt worden.
Weltweit seien im Jahr 2022 allein 177 Menschen getötet worden, die sich für Umwelt und Klima einsetzen, heisst es im Bericht. Die meisten von ihnen wurden in Lateinamerika umgebracht. Ein Drittel davon waren Indigene, die sich gegen Landraub, Ölpipelines oder Fracking engagierten.
Über Meinungs- und Versammlungsfreiheit verfügen die wenigsten Menschen: Laut dem Bericht leben nur zwei Prozent der Weltbevölkerung in Staaten mit uneingeschränkten zivilgesellschaftlichen Freiheiten. Am schwierigsten ist die Situation laut Bericht in Staaten wie Afghanistan, Russland und Venezuela.
Der von «Brot für die Welt» herausgegebene Bericht basiert auf Erhebungen des Netzwerks für bürgerschaftliches Engagement, Civicus. Auf einer fünfstufigen Skala von «offen» bis «geschlossen» stuft das Netzwerk die Freiheiten für jedes Land ein. Wichtige Kriterien für die Bewertung sind etwa die Meinungs-, Versammlungs- und Pressefreiheit. (epd/ dst)