Kirchgemeinde Zürich schafft zusätzliche Pfarrstellen

Die Kirchgemeinde Zürich reagierte in ihrer Versammlung auf den drohenden Abbau von Pfarrstellen. Am Ende der Sitzung reichte der Parlamentarier Michael Braunschweig gleich drei Vorstösse ein.


An ihrer Sitzung vom 26. Juni genehmigten die Abgeordneten der neu geschaffenen Kirchgemeinde Zürich zusätzliche 4,5-Vollzeit-Pfarrstellen. Die Kirchgemeinde reagiert damit auf eine neue Regelung der Zürcher Landeskirche, wonach Pfarrstellen nach einem neuen Schlüssel zugeteilt werden sollen. Für die Kirchgemeinde Zürich führe dies zu einem Abbau von rund zehn Prozent der Pfarrstellen, heisst es in einer Mitteilung vom 27. Juni. Das Parlament habe deshalb beschlossen, gemeindeeigene Pfarrstellen in ähnlichem Umfang zu schaffen. Die Pfarrstellen seien auf die nächste Amtszeit befristet und würden von der Kirchgemeinde jährlich mit rund 1 Million Franken budgetiert.

Kirchgemeinde verabschiedet Geschäftsordnung

Viel Raum nahm die Lesung der neuen Geschäftsordnung ein. Debattiert wurde unter anderem darüber, wie mit Interpellationen, Motionen und Postulaten umgegangen werden soll. Diese sollen nun weitgehend an das Vorgehen in der Synode der Landeskirche angepasst werden. So erhält die Kirchenpflege bei der Einreichung eines Vorstosses die Gelegenheit zu einer mündlichen Stellungnahme. Ebenso müssen Interpellationen lediglich von drei Parlamentariern unterzeichnet werden, damit sie eingereicht werden können. Die neue Geschäftsordnung wurde von den Abgeordneten einstimmig gutgeheissen.

Weiter genehmigte das Parlament die letzte Jahresrechnung des Reformierten Stadtverbandes. Aufgrund von Rückstellungen für den Zentralkassenbeitrag und den Steuerausgleich der Landeskirche in der Höhe von 36,4 Millionen Franken schloss sie mit einem Minus von 34,1 Millionen Franken.

Sinkende Steuereinnahmen

Anlass zur Sorge gaben die sinkenden Steuereinnahmen. Zwar fielen sie mit rund 72 Millionen Franken höher als im Vorjahr aus. Zum ersten Mal überstiegen die Einnahmen aus den Unternehmenssteuern aber diejenigen der natürlichen Personen. «Dies sollte uns zu denken geben», sagte Walter Lang von der Geschäftsprüfungskommission. Wenig optimistisch in die Zukunft blickte auch der Finanzvorstand der Kirchenpflege, Henrich Kisker. Aufgrund des Mitgliederrückgangs und der Unternehmenssteuerreform dürften in ein paar Jahren 5 bis 8 Millionen Franken an Steuereinnahmen fehlen, sagte Kisker gemäss Mitteilung.

Parlamentarische Vorstösse

Zum Schluss der Synode reichte der Parlamentarier Michael Braunschweig drei Vorstösse ein. In einer Interpellation forderte er den Beitritt der Kirchgemeinde Zürich zum Verein «Kirchen für Konzernverantwortung». Für einen Beitritt spreche unter anderem, dass der Verein stark im kirchlichen Milieu verankert sei, heisst es darin. Zudem könne die Kirchgemeinde dadurch ihr ethisches Profil in gesellschaftlichen Fragen schärfen.

In einem dringlichen Postulat verlangte Braunschweig ausserdem Auskünfte zum laufenden Rekrutierungsprozess für die Geschäftsführung der Kirchgemeinde. Insbesondere stellte er Fragen zum Zeitpunkt der Stellenbesetzung, kurz vor der Wahl der Kirchenpflege und des Kirchenparlaments im November.

In einer weiteren Interpellation forderte Braunschweig schliesslich Auskunft über den kürzlichen Wechsel in der Bereichsleitung Immobilien der Geschäftsstelle. (no)