Kirchenbund spricht über 400’000 Franken für Asylseelsorge

Der Seelsorge im Asylbereich wird von 2019 bis 2022 jährlich 70'000 Franken mehr zur Verfügung gestellt. Dies beschlossen die Abgeordneten des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes an ihrer Herbstversammlung in Bern.


Der Asylbereich erhält mehr Geld von der Kirche. An ihrer Abgeordnetenversammlung vom 5. und 6. November haben die Abgeordneten des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes (SEK) der ökumenischen Seelsorge in den Empfangszentren des Bundes mehr Geld zugesprochen. In den kommenden vier Jahren stellt der SEK jährlich 420’000 Franken zur Verfügung, wie es in einer Medienmitteilung vom 6. November heisst. Das sind 70’000 Franken mehr als bisher.

Die Abgeordneten wählten ausserdem den Neuenburger Pfarrer Pierre de Salis für die Jahre 2019 bis 2020 zum neuen Präsidenten der Versammlung. Falls die Abgeordneten die neue Verfassung des SEK annehmen, wird de Salis den Übergang der Abgeordnetenversammlung zur nationalen Synode der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz leiten. «Meines Erachtens bietet dieser Übergang die einmalige Gelegenheit, dem Schweizer Protestantismus mehr Sichtbarkeit zu verleihen und unseren Auftrag als treibende Kraft für die Gesellschaft zu würdigen», sagte de Salis zu seiner Wahl.

Kommission für Synoderregelement

Zu Wort kam auch der Ratspräsident Gottfried Locher: «Die Streitgespräche über Gott sind eine Seltenheit geworden, wir leben in einer post-atheistischen Welt», sagte er. «Es gibt ein Leben ohne Gott aber auch ohne Frage nach Gott.» Ein glaubwürdiges Zeugnis von Gott werde für die Kirche deshalb existenziell.

Weiter haben die Abgeordneten entschieden, eine nicht-ständige Kommission einzusetzen, die ein Synodereglement erarbeiten wird. Der Rat des SEK wird beauftragt, das Finanzreglement zu erstellen. An den vergangenen drei Versammlungen ist der Text der neuen Verfassung beraten worden. Darüber endgültig abgestimmt wird am 18. Dezember 2018.

Klar angenommen wurde das Budget 2019. Die Beiträge der Mitgliedkirchen liegen seit 2012 unverändert bei 6’063’102 Franken. Die Jahresberichte der Missionswerke DM-échange et mission und Mission 21 sowie der Bericht von fondia – Stiftung zur Förderung der Gemeindediakonie im SEK nahmen die Abgeordneten zu Kenntnis. Die Luzernerin Rosemarie Manser darf sich über ihr neues Amt als Präsidentin des Stiftungsrates von Fondia für die Amtsdauer 2019 – 2022 freuen. (bat)