Protestaktion

Katholischer Seelsorger erteilt queeren Paaren Segen

Der römisch-katholische Seelsorger Meinrad Furrer hat in der Stadt Zürich öffentlich queere Paare gesegnet. Die Aktion auf dem Platzspitz ist Teil eines europaweiten Protests gegen die Weigerung Roms, die Segnung gleichgeschlechtlicher und bisexueller Paare zuzulassen.

Meinrad Furrer hat eine Protestaktion gegen den Vatikan durchgeführt. Mindestens zwei Paare standen bereit, als der römisch-katholische Seelsorger am 10. Mai um 16 Uhr die offene Segnung auf dem Musikpavillon des Zürcher Platzspitzes hinter dem Landesmuseum begann. In einer schlichten Zeremonie erteilte er den Paaren, die auf einer Regenbogen-Sitzbank Platz nahmen, den Segen.

Laut Angaben Furrers handelte es sich um die erste öffentliche Segnung gleichgeschlechtlicher Paare in der Schweiz. Bisher seien diese heimlich erfolgt.

Zahlreiche Aktionen in Europa

Europaweit sind dutzende ähnliche Aktionen geplant oder bereits durchgeführt worden. Ziel ist, gegen das Segnungs-Verbot der römisch-katholischen Kirche zu protestieren (ref.ch berichtete).

Konsequenzen hat Furrer, der selber offen homosexuell lebt, für die Segnungen keine zu befürchten. Er hat keine kirchliche Beauftragung, sondern ist direkt bei der katholischen Kirchgemeinde der Stadt Zürich als Seelsorger und Beauftragter für Spiritualität angestellt. Der neue Bischof von Chur, Joseph Bonnemain, ist somit nicht sein Vorgesetzter. Bonnemain lehnte im Vorfeld gegenüber Medien die «spontane Segensfeier» auf dem Platzspitz ab. Jeder Mensch könne andere Menschen segnen, aber nicht per se im Namen der Kirche. (sda/bat)