Erinnerungskultur

Kanton Thurgau arbeitet Umgang Flüchtlingen im Zweiten Weltkrieg auf

Der Kanton Thurgau ist bereit, Erinnerungsorte zu schaffen für Flüchtlinge, die im Zweiten Weltkrieg abgewiesen wurden. Der Regierungsrat hat Geld gesprochen, ein Projekt auszuarbeiten.

Während des Zweiten Weltkriegs wurden an der Grenze des Thurgaus zu Deutschland viele Flüchtlinge abgewiesen. In einer Petition an den Regierungsrat wurde gefordert, dass sich der Kanton vertieft und sichtbar mit seiner historischen Verantwortung während der Zeit des Nationalsozialismus auseinandersetzt. Der Regierungsrat erklärte, dass er sich die Schaffung sichtbarer Zeichen der Erinnerung vorstellen kann. Er hat ein Vorprojekt für die vertieften historischen Untersuchungen von Einzelschicksalen in Auftrag gegeben.

Nun liegt das Konzept für ein Projekt zur Erinnerung an abgewiesene Flüchtlinge im Kanton Thurgau zur Zeit der nationalsozialistischen Verfolgung vor. Es beinhalte die Aufarbeitung von Einzelschicksalen, wie es in einer Mitteilung heisst.

Zudem solle untersucht werden, wie das System der Abweisung von Flüchtlingen im Thurgau funktionierte und wie der Kanton seinen Spielraum in der Flüchtlingsfrage nutzte. Die Untersuchungsergebnisse sollen in einer Publikation veröffentlicht werden.

An verschiedenen Punkten entlang der Thurgauer Grenze zum Ausland sollen Gedenktafeln angebracht werden, die an die Abweisung einzelner Personen erinnern. Zudem werde der Kanton ein Gesuch für die Mitgliedschaft des Netzwerkvereins Schweizer Memorial für die Opfer des Nationalsozialismus stellen.

Der Regierungsrat habe für das Projekt einen Beitrag von maximal 480'000 Franken bewilligt. Begleitet wird das Projekt von einem wissenschaftlichen Beirat. (dst)

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