Antisemitismus

Justizminister Beat Jans besucht Opfer von Messerattacke

Bundesrat Beat Jans hat sich mit dem orthodoxen Juden getroffen, der vor rund einem Monat von einem 15-Jährigen in Zürich lebensbedrohlich verletzt wurde. Eine derartige Tat könne nicht akzeptiert werden, sagte Jans in einem Radiointerview.

Justizminister Beat Jans hat dem jüdischen Opfer einer Messerattacke in Zürich bei einem Besuch seine Unterstützung zugesagt. «Ich habe mich unglaublich gefreut, dass er mir auf zwei Beinen entgegenkam», berichtete Jans im «Tagesgespräch» von Radio SRF. Der Mann sei auf dem besten Weg zur Besserung. Er sei Opfer einer schrecklichen Tat geworden, die man in aller Form verurteilen müsse. «Wir als Bundespolizeibehörde nehmen sie sehr ernst», sagte der Bundesrat. Die Tat von Zürich werde analysiert, um weitere Fälle zu verhindern.

Der 15-jährige Täter habe klar angekündigt, dass er Menschen anderer Religionen töten wolle. Andererseits habe im Januar der sogenannte Islamische Staat (IS) aufgerufen, Menschen anderen Glaubens – Christen oder Juden – zu töten. «Möglicherweise ist der Vorfall in Zürich die erste Umsetzung dieses IS-Aufrufes in Europa», sagte Jans. Deshalb werde der Austausch mit Europol, der europäischen Polizei, intensiviert. Es gehe darum, herauszufinden, ob es ein internationales Netzwerk gebe.

Am 2. März verletzte ein 15-Jähriger mit tunesischen Wurzeln in der Stadt Zürich einen orthodoxen Juden mit einer Stichwaffe lebensbedrohlich (ref.ch berichtete). Der Jugendliche wurde am Tatort festgenommen.

Die Zahl der Antisemitismus-Vorfälle in der Schweiz hatte nach dem Angriff der palästinensischen Hamas auf Israel am 7. Oktober vergangenen Jahres und dem Gegenschlag der israelischen Armee im Gazastreifen stark zugenommen. (sda/ pef)